Benzinpreise, Tankbetrug

Benzinpreise nahe 2,40 Euro lassen Tankstellen mehr Diebstahl melden

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Tankstellenbetreiber beobachten bei Benzinpreisen nahe 2,40 Euro eine steigende Zahl von Fällen, in denen Kunden nach dem Tanken ohne Bezahlung davonfahren. Videoüberwachung und manipulierte Kennzeichen spielen bei der Aufklärung eine zentrale Rolle.

Tankstellen melden mehr Benzinklau bei hohen Preisen
Tankstelle (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Angesichts hoher Benzinpreise nimmt der Diebstahl von Kraftstoffen an Tankstellen deutlich zu. Herbert Rabl, Sprecher des Tankstellen-Interessenverbands Deutschland, sagte der „Bild-Zeitung“, sobald die Preise in Richtung 2,40 Euro je Liter stiegen, sinke bei einigen die Hemmschwelle, ohne Bezahlung wegzufahren.

Tankstellen beobachten mehr Fälle

Nach R abls Angaben tanken die meisten Täter ihre Fahrzeuge vollständig. Nahezu jede Tankstelle sei videoüberwacht, weshalb das Risiko einer Entdeckung hoch sei.

Manipulierte Kennzeichen erschweren Zuordnung

Viele Kriminelle versuchten laut Rabl, ihre Identität mit gestohlenen oder überklebten Kennzeichen zu verschleiern. Solche Manipulationen würden jedoch meist schnell erkannt.

Westfalen meldet leichten Anstieg

Auch der Tankstellenbetreiber Westfalen registriert mehr Kraftstoffdiebstähle. Ein Unternehmenssprecher sagte der „Bild-Zeitung“, in den vergangenen zwei bis drei Wochen sei ein leichter Anstieg wahrgenommen worden.

Hohe Kraftstoffpreise erhöhen den finanziellen Wert jeder Tankfüllung und damit den möglichen Schaden für Betreiber. Der gemeldete Anstieg betrifft insbesondere das sogenannte Tankbetrugsdelikt: Autofahrer tanken und verlassen das Gelände, ohne zu bezahlen. Für Tankstellen entstehen dadurch nicht nur direkte Einnahmeverluste, sondern auch zusätzlicher Aufwand für Videoauswertung, Kennzeichenprüfung und Strafanzeigen.

Die von Herbert Rabl genannte Schwelle von 2,40 Euro je Liter beschreibt keine rechtliche Grenze, sondern eine wahrgenommene Veränderung des Verhaltens. Entscheidend ist die Kombination aus hohen Preisen, vergleichsweise schneller Tatbegehung und der Hoffnung, durch manipulierte oder gestohlene Kennzeichen eine Zuordnung zu erschweren. Die flächendeckende Videoüberwachung erhöht zugleich die Wahrscheinlichkeit, dass Tatfahrzeuge und Tatabläufe dokumentiert werden.

Hohe Preise erhöhen den Druck auf Autofahrer

Die Preisentwicklung belastet private Haushalte und Unternehmen unmittelbar, weil Benzin zu den laufenden Mobilitätskosten gehört. Für Berufspendler, Lieferdienste und Handwerksbetriebe lassen sich Fahrten häufig nur begrenzt vermeiden. Eine zeitlich begrenzte Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel soll ab Oktober einschließlich Mehrwertsteuer eine Entlastung von rund 17 Cent je Liter bringen. Sie kann den Preis teilweise dämpfen, ändert aber nichts daran, dass Tankstellenbetreiber ihre Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen aufrechterhalten müssen.

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