Anklage fordert lebenslange Haft fĂŒr Mannheimer MessertĂ€ter
07.08.2025 - 14:33:42Die Bundesanwaltschaft hat eine lebenslange Haftstrafe fĂŒr den 26-JĂ€hrigen gefordert, der fĂŒr den tödlichen Messerangriff auf dem Mannheimer Marktplatz 2024 verantwortlich sein soll. Der Afghane sei schuld an der Ermordung des Polizisten Rouven Laur, sagte die Vertreterin der Anklage vor dem Oberlandesgericht Stuttgart. AuĂerdem habe er versuchten Mord an fĂŒnf weiteren Menschen begangen. Der glĂ€ubige Muslim habe bei seiner Tat möglichst viele Islamkritiker töten wollen.
ZusÀtzlich forderte die Anklage die Feststellung einer besonderen Schwere der Schuld bei dem 26-JÀhrigen. Damit wÀre eine vorzeitige Haftentlassung so gut wie ausgeschlossen.
Angeklagter griff im Mai 2024 sechs Menschen an
Nach Ăberzeugung der Bundesanwaltschaft verletzte der Afghane am 31. Mai 2024 bei dem Angriff in Mannheim sechs Menschen mit einem Messer, fĂŒnf Teilnehmer einer Kundgebung der islamkritischen BĂŒrgerbewegung Pax Europa (BPE) sowie den 29-jĂ€hrigen Polizist Rouven Laur. Der Beamte starb zwei Tage spĂ€ter an seinen schweren Verletzungen.Â
Die Bundesanwaltschaft sah es nach dem bisher knapp sechs Monate dauernden Prozess als erwiesen an, dass der Angeklagte sich bereits ĂŒber Jahre vor der Tat radikalisierte, vor allem durch Chats im Netzwerk Telegram. Seine Kommunikation lasse auf eine anhaltende Identifizierung mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) schlieĂen, sagte die Vertreterin der Anklage.
Keine Einbindung in Terrornetzwerk
Es gebe allerdings keine Anhaltspunkte dafĂŒr, dass Sulaiman A. in die Organisationsstrukturen der Terror-Vereinigung eingebunden gewesen sei. Letztlich habe er einen «dschihadistisch motivierten Anschlagsplan auf vermeintlich UnglĂ€ubige» gefasst. Er habe nicht nur den Islamkritiker Michael StĂŒrzenberger töten wollen, sondern so viele Islamkritiker und «vermeintlich UnglĂ€ubige» wie möglich.
Das Verfahren lĂ€uft seit Mitte Februar in Stuttgart-Stammheim, Mitte September könnte ein Urteil fallen. Nach der Bundesanwaltschaft plĂ€dieren noch die NebenklĂ€ger, darunter die Mutter des getöteten Polizisten, sowie die Verteidiger des Angeklagten.Â
Die Nebenklage will laut Anwalt Thomas Franz neben einer lebenslangen Haftstrafe die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld fordern, auĂerdem eine Sicherungsverwahrung im Anschluss an die Haft. Sicherungsverwahrung dient dazu, die Allgemeinheit vor StraftĂ€tern zu schĂŒtzen, die ihre Strafe bereits verbĂŒĂt haben, aber weiter als gefĂ€hrlich gelten.


