Haldenwang, Innenminister

Haldenwang will nicht Innenminister werden

17.11.2024 - 14:49:13

Thomas Haldenwang, bis vergangene Woche PrĂ€sident des Bundesamts fĂŒr Verfassungsschutz und demnĂ€chst Bundestagskandidat der CDU, will sich im Fall eines Parlamentseinzugs fĂŒr eine andere Migrationspolitik und mehr Befugnisse fĂŒr Sicherheitsbehörden engagieren.

"Ich möchte mich dafĂŒr einsetzen, dass VersĂ€umnisse bei der Inneren Sicherheit schnellstmöglich aufgearbeitet werden", sagte Haldenwang der "taz" (Montagsausgabe). "Die Sicherheitsbehörden brauchen dringend mehr digitale Befugnisse, um effektive Arbeit leisten zu können - eine Speicherung von IP-Adressen oder die Erlaubnis, digitale DatentrĂ€ger kopieren zu dĂŒrfen", sagte er. Auch sei es "dringend Zeit", das Thema Migration in Deutschland "neu zu regeln und hier klare Strukturen zu schaffen". Ein Amt als Bundesinnenminister unter einem möglichen CDU-Kanzler Friedrich Merz schloss Haldenwang aus.

"Mir geht es tatsĂ€chlich um parlamentarische Arbeit. Ich strebe kein höheres Amt mehr an", so Haldenwang. "Sonst hĂ€tte ich auch VerfassungsschutzprĂ€sident bleiben können." Am Dienstag war bekannt geworden, dass Haldenwang sein Amt als PrĂ€sident des Bundesamts fĂŒr Verfassungsschutz niederlegt und in seiner Heimatstadt Wuppertal fĂŒr die CDU fĂŒr den kommenden Bundestag kandidieren will. Die AfD hatte Haldenwang darauf vorgeworfen, die Verfassungsschutzeinstufung der Partei als rechtsextremer Verdachtsfall sei politisch motiviert gewesen. Haldenwang wies den Vorwurf zurĂŒck. "Bei der Einstufung der AfD habe ich ausschließlich nach Recht und Gesetz gehandelt", sagte er der "taz". Es sei der Auftrag des Verfassungsschutzes, verfassungsfeindliche Bestrebungen zu beobachten und die Öffentlichkeit darĂŒber zu unterrichten. "In dem Moment, in dem der Verfassungsschutz solche Bestrebungen feststellt, gibt es gar kein Ermessen mehr - da muss das Amt tĂ€tig werden. Ich habe mir nichts vorzuwerfen." Auch hĂ€tten Gerichte die Einstufungen fĂŒr rechtmĂ€ĂŸig erklĂ€rt. "Der Reputationsschaden entsteht jetzt durch die Berichterstattung und dadurch, dass viele Menschen ĂŒber das Stöckchen der AfD springen", so Haldenwang. "Es gab und gibt keine Interessenkollision." Haldenwang sagte, dass die Entscheidung fĂŒr die Kandidatur kurzfristig gefallen sei. Er sei von der CDU Wuppertal erst Mitte Oktober angesprochen worden. Sollte der Bundestagseinzug gelingen, werde er sich auch dort mit der AfD auseinandersetzen, kĂŒndigte er an. "Dann wĂ€re die AfD fĂŒr mich nicht nur eine zu beobachtende Organisation, die in Teilen rechtsextrem ist, sondern auch der politische Gegner, mit dem man sich mit Argumenten auseinanderzusetzen hat", so Haldenwang. "Und da glaube ich, sind wir gut beraten, wenn wir uns viel intensiver mit den Zielen und der Politik der AfD beschĂ€ftigen und auf diese Art und Weise dafĂŒr sorgen, dass der Einfluss begrenzt wird."

@ dts-nachrichtenagentur.de