Anhaltende Kritik an Lauterbachs Klinikreform
12.12.2023 - 00:01:00Lemke kritisierte dabei insbesondere die Kommunikation Lauterbachs. Man brauche "sich nicht zu wundern, dass es Widerstand gibt. Sich einen Reformplan auszudenken und nicht einzubeziehen, was viele Kenner der Materie - vor allem die Praktiker - sagen, was sie vielleicht an Wissen einzubringen haben, erschwert eine Reform." Durch Lauterbachs Vorgehen werde das GesprĂ€chsklima "schwer belastet, mit sehr vielen Akteuren, auch auf Ebene der BundeslĂ€nder. Deshalb steckt das Transparenzgesetz jetzt auch im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat. Die LĂ€nder haben auf so etwas auch keine Lust", so Lemke. Nach Lemkes Ansicht gehen die ReformplĂ€ne in die falsche Richtung. "Man muss die komplette Behandlungskette neu strukturieren, statt einfach zu sagen, wir schreiben jedem einzelnen Krankenhaus vor, welche Leistungen es anbieten darf und welche nicht." Das Problem im deutschen Gesundheitswesen sei strukturell: "Wir sind das einzige Land der Welt, dass sich derartige Doppelstrukturen leistet: Einen gesamten ambulanten Sektor und einen stationĂ€ren Sektor." Oft wĂŒrden so "doppelte und dreifache Ressourcen in Anspruch genommen". Lemke kritisierte auch Lauterbachs Konzept fĂŒr die kĂŒnftige Klinikfinanzierung, wonach nur noch etwa 40 Prozent eines Krankenhausbudgets leistungsabhĂ€ngig sein soll. "Was, glauben Sie, bedeutet das fĂŒr die kleineren Kliniken auf dem Land? Die mĂŒssen fĂŒr die 40 Prozent noch mehr strampeln als bisher, weil sie ja weniger Leistungen anbieten sollen. Das Konzept ist einfach nicht zu Ende gedacht."


