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Thyssenkrupp-Stahlchef: Zölle setzen EU-Markt unter Druck

12.02.2025 - 08:19:44

Thyssenkrupp DE0007500001-Stahlchef Dennis Grimm sieht die europĂ€ischen MĂ€rkte nach der AnkĂŒndigung von US-Sonderzöllen auf Aluminium und Stahl unter Druck.

Zwar trĂ€fen die Importzölle Thyssenkrupp Steel Europe direkt "nur in geringem Maße", sagte Grimm im "Morgenecho" auf WDR 5. Es werde aber einen "Umlenkungseffekt" geben, den sein Unternehmen und auch der gesamte europĂ€ische Wirtschaftsraum spĂŒren werde. Vergangenes Jahr hĂ€tten die USA 23 Millionen Tonnen Stahl importiert. "Und diese Mengen werden zukĂŒnftig zu großen Teilen sicherlich in den europĂ€ischen Wirtschaftsraum drĂ€ngen und damit unsere MĂ€rkte hier weiter unter Druck setzen."

Druck auf den Stahlmarkt durch Billigimporte

Grimm verwies auf die ohnehin schwierige wirtschaftliche Situation der Stahlsparte von Thyssenkrupp und in Deutschland. Die Energiepreise seien zwei- bis dreimal so hoch wie in China und den USA. Es gebe ÜberkapazitĂ€ten am Stahlmarkt. Thyssenkrupp Steel halte derzeit KapazitĂ€ten von 11,5 Millionen Tonnen Stahl vor, setze aber seit einigen Jahren nur etwa 9 Millionen Tonnen ab. Schon heute seien die MĂ€rkte durch Importe aus BilliglĂ€ndern unter Druck. Thyssenkrupp Steel mĂŒsse seine WettbewerbsfĂ€higkeit verbessern.

Aber auch von der neuen Bundesregierung forderte Grimm schnelles Handeln. Es wĂŒrden wettbewerbsfĂ€hige Energiekosten und ein "zuverlĂ€ssiger Grenzschutz" gebraucht, um Billigimporte im Stahlbereich zu vermeiden. "Und wir brauchen vor allen Dingen Planbarkeit." Thyssenkrupp Steel stehe "ganz klar zum Standort Deutschland" und wolle auch kĂŒnftig der grĂ¶ĂŸte Stahlhersteller Deutschlands sein, betonte Grimm.

Thyssenkrupp Steel ist Deutschlands grĂ¶ĂŸter Stahlhersteller und gehört zum Industriekonzern Thyssenkrupp. Die Sparte steht vor einem erheblichen Umbau, unter anderem soll die ProduktionskapazitĂ€t deutlich verringert werden. Von den 27.000 Stellen sollen 11.000 wegfallen oder ausgegliedert werden. Einzelheiten dazu sind noch offen.

@ dpa.de | DE0006202005 PRODUKTION/ABSATZ