Tigst Assefa nach Berlin-Marathon an Achillessehne operiert
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 14:02 Uhr | dpa, AD HOC NEWSTigst Assefa ist nach ihrem dramatischen Sieg beim Berlin-Marathon an der Achillessehne operiert worden und muss voraussichtlich rund sechs Monate pausieren.
Operation in MĂŒnchen
Das bestĂ€tigte ein Sprecher des Berlin-Marathons der Deutschen Presse-Agentur einen Tag nach dem Rennen. Nach Angaben des Portals «puravidasports.africa», das sich auf Aussagen ihres Managers Gianni Demadonna beruft, wurde die 29-JĂ€hrige in MĂŒnchen operiert.
Assefa veröffentlichte am Sonntagabend in ihrer Instagram-Story ein Bild aus einer kleinen Privatmaschine. Darauf war ein medizinischer Spezialschuh an ihrem rechten FuĂ zu sehen, wie er ĂŒblicherweise bei Achillessehnenverletzungen getragen wird.
Schmerzen ab Kilometer 31
Die Ăthiopierin war am Sonntag beim Berlin-Marathon auf Weltrekordkurs gelaufen. Auf den letzten Kilometern wurde sie jedoch von der Verletzung gestoppt und verlor viele Sekunden. ZunĂ€chst war von KrĂ€mpfen ausgegangen worden.
âAb Kilometer 31 fingen die Schmerzen an, ab dem 40. Kilometer wurden sie dann sehr stark. Es ist unglaublich, wie sie mit dieser Verletzung und diesen Schmerzen ĂŒberhaupt weitergelaufen ist und das Rennen gewonnen hatâ, sagte ihr Manager Demadonna den Sendern RTL/ntv und Sky. Nach seinen Angaben ist die Achillessehne komplett gerissen.
Streckenrekord trotz Verletzung
Assefa lief die 42,195 Kilometer in 2:11:04 Stunden. Damit stellte sie einen Streckenrekord auf und erzielte die drittschnellste Marathonzeit der Frauen in der Geschichte.
Den Weltrekord der Kenianerin Ruth Chepngetich von 2:09:56 Stunden verpasste Assefa. Chepngetich ist derzeit wegen eines positiven Dopingtests gesperrt; ihre Bestmarke besteht jedoch weiter.
Ein auĂergewöhnlicher Leistungswert
Tigst Assefas Zeit von 2:11:04 Stunden ordnet sich trotz der Verletzung in die Weltspitze des Frauenmarathons ein. Sie blieb damit nur knapp ĂŒber dem aktuellen Weltrekord von 2:09:56 Stunden und stellte in Berlin einen Streckenrekord auf. Der Abstand zeigt zugleich, wie schnell sich das Rennen bis zu den Schmerzen entwickelt hatte.
Der Berlin-Marathon gilt wegen seiner flachen Strecke und der hĂ€ufig gĂŒnstigen Bedingungen als besonders schnelle BĂŒhne fĂŒr Bestzeiten. Assefa hatte dort bereits 2022 und 2023 gewonnen; 2023 lief sie in Berlin Weltrekord. Inzwischen ist die Bestmarke durch Ruth Chepngetichs Zeit aus Chicago von 2024 weiter gesunken.
Sechs Monate Pause als Einschnitt
Eine voraussichtliche Wettkampfpause von rund sechs Monaten wĂŒrde Assefas Saisonplanung erheblich verĂ€ndern. Eine Achillessehnenoperation bedeutet typischerweise eine lĂ€ngere Phase aus Ruhigstellung, schrittweisem Belastungsaufbau und Rehabilitation. Der konkrete Verlauf hĂ€ngt vom Heilungsprozess und der medizinischen Betreuung ab.
FĂŒr den internationalen Laufsport macht der Fall zudem sichtbar, wie eng Rekordjagd und körperliche Belastungsgrenzen bei Spitzenathleten zusammenliegen. FĂŒr Zuschauer bleibt neben dem Streckenrekord vor allem die Frage relevant, wann Assefa wieder schmerzfrei trainieren und an WettkĂ€mpfen teilnehmen kann.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Tagesspiegel: âTragisches Finish beim Berlin-Marathon: Tigst Assefa erleidet Verletzung kurz vor dem Weltrekordâ (27.09.2026)
Der Bericht schildere, Assefa habe bis kurz vor dem Ziel auf Weltrekordkurs gelegen und sich anschlieĂend humpelnd ins Ziel bewegt. Er setze den Schwerpunkt auf das dramatische Rennfinale und ordne zugleich den MĂ€nner- sowie den Frauenwettbewerb im Verlauf des Berlin-Marathons ein; die spĂ€tere Operation und die sechsmonatige Pause seien darin noch nicht enthalten.
n-tv: âVerletzungs-Drama um Tigst Assefa: Erste Diagnose fĂ€llt schlecht ausâ (27.09.2026)
Der Beitrag berichte unmittelbar nach dem Rennen von ersten Untersuchungen, die auf einen Sehnenschaden hingedeutet hĂ€tten, und stelle die bevorstehende Untersuchung im Krankenhaus in den Mittelpunkt. Damit bestĂ€tige er den dramatischen Verlauf, bleibe beim damaligen medizinischen Zwischenstand aber hinter der inzwischen bestĂ€tigten Operationsmeldung zurĂŒck.
Beide Berichte stellten ĂŒbereinstimmend Assefas Weltrekordkurs, die Verletzung im Finish und den Berliner Streckenrekord heraus. Der Tagesspiegel fokussiere stĂ€rker das Rennen und seine AtmosphĂ€re, wĂ€hrend n-tv die medizinische AbklĂ€rung betone; die spĂ€tere Diagnose und der genaue Zeitpunkt der RĂŒckkehr blieben in diesen BeitrĂ€gen offen.
