USA, China

Trump: Chinesischer Staatschef stimmte Tiktok-Deal zu

19.09.2025 - 23:25:40 | dpa.de

Tiktok mĂŒsste in den USA lĂ€ngst vom Netz sein, weil die App dem in China ansĂ€ssigen Bytedance-Konzern gehört. Doch Donald Trump hĂ€lt sie fĂŒr nĂŒtzlich und treibt den Verkauf des US-GeschĂ€fts voran.

Ein Tiktok-Deal mit China steht laut US-PrĂ€sident Trump. (Archivbild) - Foto: Jens BĂŒttner/dpa
Ein Tiktok-Deal mit China steht laut US-PrĂ€sident Trump. (Archivbild) - Foto: Jens BĂŒttner/dpa

Der chinesischen Staatschef Xi Jinping hat laut US-PrĂ€sident Donald Trump einem Deal um die Video-App Tiktok zugestimmt. Zugleich blieb Trump vage bei den Details und machte deutlich, dass an der Vereinbarung noch gearbeitet werde. Der Tiktok-Deal sei gut unterwegs und «die Investoren machen sich bereit», sagte er im Weißen Haus. Die US-Regierung hatte bereits Anfang der Woche von einer grundsĂ€tzlichen Einigung zur Zukunft von Tiktok in den USA gesprochen.

Zugleich versicherte Trump - erneut ohne Details - dass die Vereinbarungen einen Einfluss Chinas auf die App verhindern wĂŒrden. Er bekrĂ€ftigte bisherige Angaben, dass amerikanische Investoren das US-GeschĂ€ft von Tiktok ĂŒbernehmen sollen. Das «Wall Street Journal» berichtete praktisch zur selben Zeit, dass die US-Regierung von diesen Investoren im Zuge der Transaktion eine Zahlung in Höhe von mehreren Milliarden Dollar bekommen werde. Darauf angesprochen sagte Trump, dies sei noch nicht endgĂŒltig ausgehandelt - «aber wir werden etwas bekommen».

Tiktok droht seit Monaten Aus in den USA 

Der Tiktok-Mutterkonzern Bytedance hat seine Zentrale in Peking - die Zukunft der App in den USA hĂ€ngt deshalb seit Monaten in der Schwebe. Sie hĂ€tte nach einem im vergangenen Jahr beschlossenen US-Gesetz eigentlich bis zum 19. Januar 2025 von Bytedance verkauft werden oder in den USA vom Netz gehen mĂŒssen. Doch Trump rĂ€umte gleich zu seinem Amtsantritt im Januar eine zusĂ€tzliche Frist ein, die er spĂ€ter immer weiter verlĂ€ngerte. DafĂŒr gab es in dem Gesetz keine Grundlage.

In den USA zĂ€hlt Tiktok nach frĂŒheren eigenen Angaben mehr als 170 Millionen Nutzer. Auf den Betrieb der Kurzvideo-App außerhalb der USA - etwa in Deutschland - dĂŒrfte das Geschehen keine Auswirkungen haben.

Streit um Rolle Chinas

In den USA werden Bytedance - und damit auch die Tochter Tiktok - als chinesische Unternehmen gesehen. Bytedance kontert, der Konzern sei zu 60 Prozent in Besitz internationaler Investoren und habe seinen Sitz auf den Cayman Islands. Bytedance ist allerdings wegen der Zentrale in Peking an viele chinesische Vorschriften gebunden. Und GrĂŒnder um Zhang Yiming halten zwar lediglich einen Anteil von 20 Prozent - haben aber laut Medienberichten die Kontrolle dank Aktien mit mehr Stimmrechten.

Wie vor wenigen Tagen das «Wall Street Journal» berichtete, sollen US-Investoren wie Oracle sowie die Investmentfirmen Silver Lake und Andreessen Horowitz 80 Prozent an einer neuen US-Tochterfirma von Tiktok halten. Der Rest solle bei chinesischen Anteilseignern liegen.

Einfluss von Trump-UnterstĂŒtzern

Informationen des US-Senders CNBC zufolge werde der Software-Konzern Oracle von Trump-UnterstĂŒtzer Larry Ellison dabei seine Rolle als technischer Dienstleister von Tiktok in den USA behalten.

Damit wĂŒrde eine weitere Online-Plattform in den USA unter finanziellen Einfluss von Unternehmern kommen, die dem rechten politischen Lager um Trump wohlgesonnen sind. Beim ehemaligen Twitter - heute X - wurden nach der Übernahme durch den Tech-MilliardĂ€r und zeitweiligem Trump-Vertrauten Elon Musk rechte politische Stimmen prĂ€senter. Beim Facebook-Konzern Meta, zu dem auch Instagram gehört, rĂŒckte GrĂŒnder Mark Zuckerberg politisch ebenfalls nĂ€her zu den Republikanern.

Wird chinesischer App-Algorithmus weiter in den USA genutzt?

Aus Peking hieß es diese Woche der «Financial Times» zufolge, Tiktok werde auch im US-GeschĂ€ft weiter auf den in China entwickelten Algorithmus zugreifen, der bestimmt, welche Videos Nutzern als NĂ€chste angezeigt werden. Kritiker in den USA sehen in der Software die Gefahr, dass die US-Regierung die öffentliche Meinung beeinflussen könnte. Tiktok und Bytedance weisen das zurĂŒck.

Das US-Gesetz schreibt unterdessen vor, dass weder die chinesische Regierung noch Bytedance Kontrolle ĂŒber den Algorithmus haben dĂŒrfen.

Debatte ĂŒber Meinungsfreiheit in den USA

In den USA ist gerade eine Debatte ĂŒber Presse- und Meinungsfreiheit entbrannt. Auslöser war der Streit, wie ĂŒber den Tod des rechten Aktivisten Charlie Kirk gesprochen werden darf.

Der 31-JĂ€hrige war vergangene Woche im Bundesstaat Utah erschossen worden; viele seiner extrem konservativen Positionen werten Kritiker als rassistisch und sexistisch. Die Trump-Regierung hatte angekĂŒndigt, gegen Kommentatoren vorzugehen, die sich ihrer Ansicht nach nicht angemessen Ă€ußern. Die vorlĂ€ufige Absetzung der Late-Night-Show von US-Comedian Jimmy Kimmel wegen dessen Äußerungen ĂŒber den Fall Kirk befeuerte die Debatte weiter.

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