China, Gewinn

China lÀsst Gewinn bei BMW einbrechen - Prognose bestÀtigt

07.05.2025 - 10:20:56

Trotz Belastungen durch Trumps Zölle will der Konzern seine Prognose halten und muss weniger Federn lassen als die Konkurrenz. Bei den Zöllen erwartet der Hersteller noch im Sommer Erleichterungen.

  • BMW hatte einen Fehlstart ins neue Jahr. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa

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  • Donald Trumps Zölle könnten BMW teuer zu stehen kommen. (Archivbild) - Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpa

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  • BMW auf der Automesse in Shanghai. China ist fĂŒr deutsche Hersteller derzeit ein schwieriger Markt.  - Foto: Johannes Neudecker/dpa

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BMW hatte einen Fehlstart ins neue Jahr. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpaDonald Trumps Zölle könnten BMW teuer zu stehen kommen. (Archivbild) - Foto: Mark Schiefelbein/AP/dpaBMW auf der Automesse in Shanghai. China ist fĂŒr deutsche Hersteller derzeit ein schwieriger Markt.  - Foto: Johannes Neudecker/dpa

BMW hat einen schwierigen Start ins neue Jahr erwischt. Unter dem Strich verdiente der Konzern nach eigenen Angaben im ersten Quartal 2,2 Milliarden Euro. Das waren 26,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Vor allem ein schwaches China-GeschĂ€ft verdarb den MĂŒnchnern die Bilanz, im weiteren Jahresverlauf dĂŒrften auch die US-Zölle noch stĂ€rker zu Buche schlagen, die sich auf die aktuellen Zahlen noch kaum ausgewirkt hatten. Dennoch hĂ€lt BMW an seiner Prognose fest und steht im Vergleich zur Konkurrenz, die teils deutlich stĂ€rkere EinbrĂŒche erlitt, relativ solide da.

Je anspruchsvoller das Umfeld, umso entscheidender seien Produkte, Strategie und FlexibilitĂ€t, sagte Konzernchef Oliver Zipse. Man bediene «die unterschiedlichen KundenwĂŒnsche weltweit» und könne so «robuste Ergebnisse» erzielen und Kurs auf die Jahresziele halten. Unter anderem machten ihn dabei die aktuell guten AuftragseingĂ€nge zuversichtlich.

Zur stabilen Prognose - im MĂ€rz hatte der Autobauer einen Vorsteuergewinn auf Vorjahresniveau vorhergesagt, was grob 11 Milliarden Euro entspricht - trĂ€gt auch bei, dass BMW davon ausgeht, dass die Zölle nicht dauerhaft bleiben. Von Juli an erwartet Finanzchef Walter Mertl hier Reduzierungen. Die höchsten Auswirkungen sieht er im laufenden zweiten Quartal, bezifferte sie aber nicht nĂ€her. Konzernchef Zipse erwartet, dass die nordamerikanische Freihandelszone wieder installiert wird. Auch das wĂŒrde BMW helfen.

Schon die im April veröffentlichten Absatzzahlen fĂŒr das erste Quartal hatten nichts Gutes erwarten lassen: Der deutliche Absturz in China hatte die weltweiten VerkĂ€ufe des BMW-Konzerns, zu dem auch Mini und Rolls-Royce gehören, ins Minus gezogen. Konkret um 1,4 Prozent auf 586.000 Autos. Das ergab einen Umsatz von 33,8 Milliarden Euro - 7,8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Außerhalb Chinas sei man allerdings gewachsen, betonte das Unternehmen. Zipse versicherte, dass man auch dort eine Stabilisierung erwarte und zu einem Niveau von 700.000 Autos im Jahr zurĂŒckkehren werde. 

BMW ist mit seinem Gewinneinbruch nicht alleine - und hat sich im Vergleich zur deutschen Konkurrenz gar nicht mal so schlecht geschlagen: Erzrivale Mercedes hat fĂŒr das erste Quartal ein heftiges Minus von 43 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro vermeldet. Beim anderen großen Premiumkonkurrenten Audi blieben unter dem Strich gar nur 630 Millionen Euro - dass das nur ein Minus von 14,4 Prozent war, lag dabei alleine am bereits sehr schwachen Vergleichsquartal aus dem Vorjahr. Bei der deutschen Nummer eins und Audi-Mutter Volkswagen waren es 2,2 Milliarden Euro und ein Minus von 41 Prozent.

Daneben sieht der RĂŒckgang bei BMW deutlich weniger dramatisch aus. Und anders als die Konkurrenz, die Personal abbaut, hĂ€lt BMW weiter daran fest, die Belegschaft auf Vorjahresniveau zu halten.

Die Stimmung in der Branche ist schlecht

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie - inklusive Zulieferern - ist schlecht. Der vom Ifo-Institut erhobene GeschĂ€ftsklimaindex fĂŒr die Branche liegt mit minus 30,7 Punkten tief im negativen Bereich. Vor allem bei den Exporterwartungen ging es jĂŒngst wieder nach unten, zudem schĂ€tzen die Unternehmen ihre Wettbewerbsposition den Wirtschaftsforschern zufolge außerhalb der EU schlechter ein. 

Es sind die zwei großen Probleme der fĂŒr Deutschland wichtigen Industrie: In China sind die Autobauer einer immer stĂ€rker werdenden heimischen Konkurrenz und einem scharfen Preiswettbewerb ausgesetzt. Und in den USA drĂŒckt vor allem die Angst, wie es mit den Zöllen von PrĂ€sident Donald Trump weitergehen wird. Selbst das US-Unternehmen Ford hat zuletzt von Milliarden-Belastungen wegen Trumps Handelspolitik gesprochen. 

BMW produziert zwar in den USA mit etwas weniger als 400.000 Fahrzeugen pro Jahr ungefĂ€hr so viele Autos, wie es dort verkauft. Mehr als die HĂ€lfte davon werden allerdings auch von dort exportiert. Das bringt den MĂŒnchnern regelmĂ€ĂŸig den ĂŒberraschenden Titel des nach Wert der Fahrzeuge grĂ¶ĂŸten US-Auto-Exporteurs, macht aber den Import anderer Autos und von Teilen in die USA notwendig. Höhere Zölle schmerzen BMW also deutlich.

Bei diesem Thema setzt BMW allerdings auch auf seinen eigenen Einfluss: Das lange und starke Engagement in den USA helfe, dass man dort gehört werde. Allerdings warnt BMW auch: «Der tatsĂ€chliche GeschĂ€ftsverlauf kann gegenĂŒber diesen Erwartungen abweichen» - unter anderem durch neue Zölle oder wenn geltende Zölle lĂ€nger als erwartet in Kraft sind.

Die Börse reagierte positiv auf die Nachrichten aus MĂŒnchen: Die BMW-Aktie legte am frĂŒhen Vormittag deutlich zu und gehörte zu den grĂ¶ĂŸten Gewinnern im Leitindex Dax.

@ dpa.de