Kiew-Besuch, Ukraine-Hilfe

Ukraine-Hilfe: Merz besucht Kiew trotz Drohnenangriffen und appelliert an Putin

Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 19:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Ukraine bei seinem Solidaritätsbesuch in Kiew weitere militärische und finanzielle Unterstützung zugesagt. Während seines Aufenthalts lösten russische Angriffe mehrfach Drohnenalarm aus.

  • Merz und Selenskyj: Zwischen diese beiden passt im Moment kein Blatt Papier. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Merz und Selenskyj: Zwischen diese beiden passt im Moment kein Blatt Papier. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Noch nie war ein Kanzler-Besuch in Kiew so gefährlich – die Sirenen heulten auch, als Merz mit Selenskyj die Überreste des historischen Gebäudes der Akademie der Wissenschaften besichtigte.  - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Noch nie war ein Kanzler-Besuch in Kiew so gefährlich – die Sirenen heulten auch, als Merz mit Selenskyj die Überreste des historischen Gebäudes der Akademie der Wissenschaften besichtigte. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Deutschland ist mittlerweile größter Unterstützer der Ukraine in ihrem seit mehr als viereinhalb Jahren dauernden Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg.  - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Deutschland ist mittlerweile größter Unterstützer der Ukraine in ihrem seit mehr als viereinhalb Jahren dauernden Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmer aus den Bereichen Rüstung und Energie reisten mit Merz nach Kiew. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmer aus den Bereichen Rüstung und Energie reisten mit Merz nach Kiew. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Auf der Nordbrücke über den Fluss Dnipro in Kiew kam es bei einem russischen Luftangriff während Merz' Besuch erneut zu einem Einschlag.  - Bild: Andriy Dubchak/AP/dpa
    Auf der Nordbrücke über den Fluss Dnipro in Kiew kam es bei einem russischen Luftangriff während Merz' Besuch erneut zu einem Einschlag. - Bild: Andriy Dubchak/AP/dpa
  • Der Kanzler sah sich auch eine Drohnen-Ausstellung an. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Der Kanzler sah sich auch eine Drohnen-Ausstellung an. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
Merz und Selenskyj: Zwischen diese beiden passt im Moment kein Blatt Papier. - Bild: Kay Nietfeld/dpa Noch nie war ein Kanzler-Besuch in Kiew so gefährlich – die Sirenen heulten auch, als Merz mit Selenskyj die Überreste des historischen Gebäudes der Akademie der Wissenschaften besichtigte.  - Bild: Kay Nietfeld/dpa Deutschland ist mittlerweile größter Unterstützer der Ukraine in ihrem seit mehr als viereinhalb Jahren dauernden Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg.  - Bild: Kay Nietfeld/dpa Auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmer aus den Bereichen Rüstung und Energie reisten mit Merz nach Kiew. - Bild: Kay Nietfeld/dpa Auf der Nordbrücke über den Fluss Dnipro in Kiew kam es bei einem russischen Luftangriff während Merz' Besuch erneut zu einem Einschlag.  - Bild: Andriy Dubchak/AP/dpa Der Kanzler sah sich auch eine Drohnen-Ausstellung an. - Bild: Kay Nietfeld/dpa

Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Ukraine bei einem Solidaritätsbesuch in Kiew weitere Unterstützung zugesagt und während seines Aufenthalts eindringlich an den russischen Präsidenten Wladimir Putin appelliert, den Krieg zu beenden.

Angriffe während des Kanzlerbesuchs

Russland setzte seine Luftangriffe auf Kiew und andere ukrainische Gebiete während des Besuchs fort. Auf der Nordbrücke über den Dnipro schlug erneut eine Drohne ein; nach offiziellen Angaben wurden mindestens zwei Menschen verletzt.

Mehrfach heulten in Kiew die Sirenen. Merz hielt sich während des Einschlags rund fünf Kilometer entfernt in der deutschen Botschaft auf. Gemeinsam mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj besichtigte er die Ruine der Akademie der Wissenschaften.

Appell an Putin

Vor dem beschädigten Gebäude sagte Merz: „Herr Putin, hören Sie diesen sinnlosen Krieg auf!“ Er sei zu Gesprächen bereit, zugleich müssten die „barbarischen Angriffe auf die Zivilbevölkerung der Ukraine“ aufhören.

Das russische Verteidigungsministerium kündigte während des Besuchs eine weitere Verschärfung der Angriffe auf Kiew und andere ukrainische Gebiete an. Moskau begründete dies mit angekündigten ukrainischen Angriffen auf militärische Objekte und Rüstungsbetriebe in Russland.

Milliarden für Waffen und Energie

Merz wurde von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmern aus den Bereichen Rüstung und Energie begleitet. Deutschland will in Kürze Tausende Abfangdrohnen liefern, die gegen besonders schnelle russische Kampfdrohnen eingesetzt werden sollen.

Zusätzlich soll die Produktion weitreichender Waffen vorangetrieben werden. Dafür sollen eine Milliarde Euro aus bereits bewilligten Haushaltsmitteln sowie weitere 350 Millionen Euro für die Reparatur und den Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke bereitgestellt werden.

Unternehmensabkommen und politische Botschaft

Während des Besuchs wurden nach Angaben der deutschen Delegation 14 Unternehmensabkommen mit einem Gesamtwert von 6,6 Milliarden Euro unterzeichnet. Im Mittelpunkt stehen vor allem Rüstungsgüter.

Selenskyj dankte Merz für Deutschlands Unterstützung. Der Kanzler betonte, die Ukraine könne weiter auf deutsche Hilfe zählen, und warnte, Russlands Kriegsmaschinerie könne sich bei einem Ausbleiben eines Stopps später gegen Europa richten.

Vierter Kanzlerbesuch seit 2022

Merz reiste am Morgen mit dem Zug nach Kiew. Es ist der vierte Besuch eines deutschen Bundeskanzlers in der Ukraine seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022.

Nur wenige Stunden vor der Ankunft hatte das russische Außenministerium ausländische Besucher und Diplomaten vor einem Aufenthalt in Kiew gewarnt. Merz ließ sich davon nicht von seinem Besuch abbringen.

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