Ukraine-Krieg: Stubb und Store telefonieren mit Putin
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 11:36 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSFinnland und Norwegen setzen auf direkte Botschaften
- Alexander Stubb und Jonas Gahr Store initiierten am Dienstag das Telefonat mit Wladimir Putin.
- Das finnische PrĂ€sidialamt ordnete das GesprĂ€ch den jĂŒngsten VerhandlungsbemĂŒhungen in Oslo zu.
- Die Kontakte stehen im Zusammenhang mit bevorstehenden Treffen in Abu Dhabi.
Stubb und Store ĂŒbermitteln Putin Botschaften zu Ukraine-Verhandlungen
Der finnische PrĂ€sident Alexander Stubb und der norwegische Premierminister Jonas Gahr Store haben am Dienstag mit dem russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin telefoniert. Das finnische PrĂ€sidialamt teilte mit, das GesprĂ€ch habe als Fortsetzung der jĂŒngsten VerhandlungsbemĂŒhungen in Oslo und in Absprache mit der Ukraine stattgefunden.
GesprĂ€ch ĂŒber Kriegsende und Europas StabilitĂ€t
Stubb und Store initiierten das Telefonat, um ĂŒber Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, diplomatische BemĂŒhungen zur Beendigung des Krieges sowie Frieden und StabilitĂ€t in Europa zu sprechen. Ziel sei es gewesen, Putin direkte Botschaften zu möglichen kĂŒnftigen Verhandlungen zu ĂŒbermitteln.
Nach Angaben des finnischen PrĂ€sidialamts steht das GesprĂ€ch auĂerdem im Zusammenhang mit bevorstehenden Treffen in Abu Dhabi. Dabei sollen russische und ukrainische Vertreter ĂŒber weitere diplomatische Schritte beraten.
UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine bekrĂ€ftigt
Stubb und Store kĂŒndigten demnach an, dass Finnland und Norwegen ihre langjĂ€hrige UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine fortsetzen werden. Stubb bezeichnete die Diskussion als offen und substanziell und erklĂ€rte, ein Ende des Krieges erfordere direkte GesprĂ€che.
Store verwies auf die enormen menschlichen und materiellen Kosten des Krieges. Das Leiden und die Zerstörung wĂŒrden Generationen beeinflussen. In dem Telefonat wurde nach finnischen Angaben auĂerdem die Bedeutung der Deeskalation betont.
Das GesprĂ€ch fĂ€llt in eine Phase, in der mehrere diplomatische KanĂ€le parallel auf eine mögliche Wiederaufnahme direkter Verhandlungen ĂŒber den Krieg in der Ukraine zielen. Die von den USA unterstĂŒtzten Kontakte sollen nach jĂŒngsten Berichten in GesprĂ€che russischer und ukrainischer UnterhĂ€ndler in Abu Dhabi mĂŒnden. Damit erhĂ€lt das Telefonat von Stubb und Store eine europĂ€ische ErgĂ€nzung: Finnland und Norwegen versuchen, eigene sicherheitspolitische Anliegen unmittelbar in die diplomatischen BemĂŒhungen einzubringen.
EuropÀische Sicherheitsinteressen
FĂŒr beide nordischen Staaten verbindet sich die UnterstĂŒtzung der Ukraine mit der Frage nach der kĂŒnftigen Sicherheitsordnung Europas. Finnland grenzt direkt an Russland und ist seit 2023 Mitglied der NATO. Norwegen gehört dem BĂŒndnis seit dessen GrĂŒndung an und hat als Anrainer der Barentssee ein eigenes Interesse an StabilitĂ€t im hohen Norden. Die angekĂŒndigte Fortsetzung der Hilfe fĂŒr die Ukraine signalisiert, dass diplomatische Kontakte nicht mit einem RĂŒckzug aus der UnterstĂŒtzung gleichgesetzt werden.
Das GesprĂ€ch selbst ersetzt keine Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien. Seine Bedeutung liegt vor allem darin, dass Stubb und Store direkte Botschaften an Putin ĂŒbermitteln und auf Deeskalation drĂ€ngen. FĂŒr die weiteren Treffen in Abu Dhabi wird entscheidend sein, ob aus diesen Kontakten konkrete Schritte entstehen, etwa eine belastbare GesprĂ€chsagenda oder Vereinbarungen zur Verringerung des Leidens der Zivilbevölkerung.
