Wirtschaftsweise, Malmendier

Wirtschaftsweise Malmendier fordert neue Aufbruchstimmung

21.02.2024 - 08:25:07

Ulrike Malmendier, Ökonomin an der US-EliteuniversitĂ€t Berkeley und Mitglied im SachverstĂ€ndigenrat der Bundesregierung, fordert eine neue Aufbruchstimmung in Deutschland.

Die schlechte Laune im Land habe vor allem mit dem schrumpfenden Bruttoinlandsprodukt zu tun, sagte Malmendier dem "Spiegel". "Und das nervt mich an der Debatte." Viel wichtiger sei es, ĂŒber das langfristige Potenzialwachstum zu sprechen, jenes Wachstum, das eine Volkswirtschaft erreichen könnte, wenn sie ihre sogenannten Produktionsfaktoren wie Arbeit, Maschinen und Energie optimal auslaste.

"Dieses Szenario sieht fĂŒr Deutschland wesentlich besser aus. Wenn wir es richtig anstellen", so Malmendier. In den Achtzigerjahren noch habe das Potenzialwachstum der Bundesregierung bei zwei Prozent gelegen. Heute seien es, konservativ geschĂ€tzt, 0,7 Prozent. "Der wesentliche Grund dafĂŒr sind die fehlenden ArbeitskrĂ€fte. Da geht es nicht nur um HochkarĂ€ter. Es wird schlicht und einfach auf allen Ebenen der Gesellschaft zu wenig gearbeitet", so Malmendier. GelĂ€nge es, mehr FachkrĂ€fte ins Land zu bekommen, um all die Arbeit zu erledigen, hĂ€tte Deutschland laut Malmendier keine Wirtschaftskrise. Denn der Krieg in der Ukraine, die Energiekrise, selbst die Corona-Pandemie hĂ€tten auf die langfristig mögliche wirtschaftliche Entwicklung des Landes einen vergleichsweise vernachlĂ€ssigbaren Einfluss. Das von der Bundesregierung zur Konjunkturbelebung geplante Wachstumschancengesetz indes kritisiert Malmendier. Insgesamt habe sie sich einen grĂ¶ĂŸeren Wurf gewĂŒnscht, "vor allem mehr Reduktion des BĂŒrokratieaufwandes der Unternehmen". Dennoch: "Ein solches Gesetz ist besser als gar keines."

@ dts-nachrichtenagentur.de