Bund, ZustÀndigkeit

Bund will ZustĂ€ndigkeit fĂŒr Asyl in Europa schneller klĂ€ren

10.09.2024 - 16:30:22

Um irregulĂ€re Migration zu begrenzen, will die Bundesregierung Schutzsuchende kĂŒnftig schneller in andere europĂ€ische Staaten bringen - wenn die zustĂ€ndig sind. Reichen die Neuerungen der Union?

Die Bundesregierung will Asylbewerber kĂŒnftig rascher in fĂŒr sie zustĂ€ndige europĂ€ische Staaten bringen. Ein Modell dazu habe man in den aktuellen GesprĂ€chen mit Vertretern von LĂ€ndern und Union vorgeschlagen, verlautete aus Regierungskreisen. 

Das Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) soll demnach das sogenannte Dublin-Verfahren kĂŒnftig schneller betreiben. Dabei wird festgestellt, welches europĂ€ische Land fĂŒr ein Asylverfahren zustĂ€ndig ist. In vielen FĂ€llen ist das jener Staat, auf dessen Gebiet Schutzsuchende zuerst europĂ€ischen Boden betreten haben.

Die Bundespolizei soll derweil prĂŒfen, ob es freie HaftplĂ€tze gibt und gegebenenfalls beim zustĂ€ndigen Gericht Haft beantragen, damit Betroffene nicht untertauchen. «Hier ist ein schnelles Handeln der Justiz der LĂ€nder erforderlich. Auch mĂŒssen die HaftplĂ€tze der LĂ€nder in ausreichender Anzahl, möglichst in GrenznĂ€he entlang der Migrationsrouten, vorhanden sein», hieß es. Es gibt in Deutschland 800 AbschiebehaftplĂ€tze, nach bisheriger EinschĂ€tzung von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) ist das zu wenig. «Alternativ soll eine feste Zuweisung und Wohnsitzauflage vorgesehen werden, wenn Haft nicht in Betracht kommt», hieß es weiter aus Regierungskreisen.

Die Bundesregierung will das GesprĂ€ch suchen, damit die LĂ€nder, die Migranten zurĂŒcknehmen sollen, kooperieren. Denn hier hakt es derzeit oft. Über eventuelle Klagen der Betroffenen gegen ihre Überstellung sollen die Verwaltungsgerichte zĂŒgig entscheiden. 

Eine wirkliche Neuerung ist die geplante grĂ¶ĂŸere Rolle fĂŒr die Bundespolizei. Bislang liegen Abschiebungen in der Verantwortung der LĂ€nder, die Bundespolizei unterstĂŒtzt nur bei der DurchfĂŒhrung. KĂŒnftig soll die Bundespolizei am Ende des geplanten beschleunigten Verfahrens die Menschen dann aus Deutschland bringen. 

«Außerdem setzt Deutschland weiter auf ein enges kooperatives Zusammenwirken mit den Nachbarstaaten etwa durch gemeinsame Streifen und gemeinsame Polizeizentren an den Grenzen. Ein unmittelbares ZurĂŒckweisen an den Grenzen ĂŒber die heutige Praxis hinaus wĂŒrde diese Zusammenarbeit massiv gefĂ€hrden», hieß es weiter.

@ dpa.de