VERMISCHTES / ROUNDUP: Sturm und Regen sorgen fĂŒr BeeintrĂ€chtigungen
24.01.2024 - 15:37:06Vor allem in der NordhĂ€lfte und im höheren Bergland sei mit teils schweren Sturmböen zu rechnen, an exponierten KĂŒstenabschnitten und in Gipfellagen teils mit Orkanböen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Mittwoch mit. Verantwortlich fĂŒr das turbulente Wetter war Sturmtief "Jitka", das international auch unter dem Namen "Jocelyn" bekannt ist.
FĂŒr die niedersĂ€chsische NordseekĂŒste bestand die Gefahr einer Sturmflut. Das Hochwasser am Nachmittag werde an der ostfriesischen KĂŒste voraussichtlich etwa 0,75 Meter höher als das mittlere Hochwasser auflaufen, teilte das Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg mit. Im Wesergebiet werde der Wasserstand ein bis anderthalb Meter höher als normal ausfallen.
Wegen des Sturmtiefs mussten sich Reisende an der niedersĂ€chsischen NordseekĂŒste auf Verkehrsbehinderungen einstellen. Der FĂ€hrverkehr unter anderem von und zu den Inseln Spiekeroog, Langeoog und Wangerooge wurde komplett eingestellt. Auch an der Ostsee wurde die FĂ€hrverbindung zwischen Rostock und dem dĂ€nischen Gedser gestoppt.
Zahlreiche umgestĂŒrzte BĂ€ume fĂŒhrten zu BeeintrĂ€chtigungen im StraĂen- und Zugverkehr. Bei Bad Driburg in Ostwestfalen entgleiste eine Regionalbahn mit etwa 50 FahrgĂ€sten, nachdem sie am Morgen gegen einen auf den Gleisen liegenden Baum geprallt war. Verletzt wurde niemand, wie ein Sprecher der Nordwestbahn sagte. Auch in Hamburg kam es auf der U-Bahn-Linie 1 zu einem Unfall wegen eines umgestĂŒrzten Baums. In Schleswig-Holstein wurde die Autobahn 21 ab Bad Oldesloe in Fahrtrichtung SĂŒden vollstĂ€ndig gesperrt, nachdem ein Baum auf die Fahrbahn gestĂŒrzt war.
Bereits in der Nacht fĂŒhrte der Sturm in GroĂbritannien zu Verkehrsbehinderungen und SchĂ€den. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 156 Stundenkilometern fegte "Jocelyn" ĂŒber Wales, Schottland und groĂe Teile Englands. Der schottische Bahnbetreiber ScotRail stellte seinen Betrieb am Dienstagabend komplett ein. Im SĂŒden von Wales wurde in der Nacht die Suche nach einem Menschen eingestellt, der einem Bericht zufolge ins Meer gefallen war. In der nordenglischen Stadt York kam es teils zu Ăberschwemmungen.
Zumindest in Deutschland lĂ€sst der Sturm am Donnerstag nach - allerdings nur vorĂŒbergehend. Nach einer kurzen Beruhigung nehme der Wind am Freitag wieder zu, teilte Tobias Reinartz vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach mit. Vor allem fĂŒr den Norden sagte der Meteorologe "zumindest vorĂŒbergehend stĂŒrmische Bedingungen" voraus - wenngleich nicht so stark wie am Mittwoch. Die Temperaturen blieben fĂŒr Januar weiterhin recht mild.

