Bayern, Deutschland

Angriff auf israelisches Lokal in MĂŒnchen

10.04.2026 - 09:57:54 | dpa.de

Unbekannte haben die Scheiben eines israelischen Restaurants in MĂŒnchen beschĂ€digt und Pyrotechnik geworfen. Die Polizei vermutet ein antisemitisches Motiv.

  • Das Fenster des Lokals wurde beschĂ€digt. - Foto: Felix Hörhager/dpa
  • Es entstand ein Schaden von mehreren Tausend Euro. - Foto: Peter Kneffel/dpa
  • Viele Details sind noch unklar. - Foto: Felix Hörhager/dpa
  • Polizei spricht von politischer Brisanz bei dem Einsatz. - Foto: Felix Hörhager/dpa
Das Fenster des Lokals wurde beschÀdigt.  - Foto: Felix Hörhager/dpa Es entstand ein Schaden von mehreren Tausend Euro. - Foto: Peter Kneffel/dpa Viele Details sind noch unklar.  - Foto: Felix Hörhager/dpa Polizei spricht von politischer Brisanz bei dem Einsatz. - Foto: Felix Hörhager/dpa

Unbekannte haben ein israelisches Restaurant in MĂŒnchen angegriffen und mehrere Fensterscheiben zerstört. Polizei und Betreiber gehen von einem antisemitischen Motiv aus. Der Staatsschutz ermittelt - er ist fĂŒr Taten mit möglichem politischen Hintergrund zustĂ€ndig. Verletzt wurde niemand, der oder die TĂ€ter wurden nicht gefasst. 

Mehrere Tausend Euro Schaden

«Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurden die Schaufensterscheiben gewaltsam beschÀdigt und pyrotechnische GegenstÀnde in das Restaurant geworfen», teilte die Polizei mit. Der Sachschaden wurde auf mehrere Tausend Euro geschÀtzt. 

Die Einsatzzentrale der Polizei habe gegen 00.45 Uhr einen Anruf erhalten, weil es in der Maxvorstadt drei laute KnallgerÀusche gegeben habe, sagte ein Polizeisprecher. Eine Streife stellte demnach vor Ort fest, dass Fensterscheiben des Lokals an drei Stellen defekt waren.

«Eigentlich in MĂŒnchen immer sehr sicher gefĂŒhlt» 

Der Angriff kam nach Angaben eines Restaurantmitarbeiters ohne Vorwarnung. «Es gab keine direkten Drohungen», sagte der Schwager des Betreibers und Mitarbeiter des Lokals, Grigori Dratva, der Deutschen Presse-Agentur. Das Restaurant mit 70 PlĂ€tzen betreibe sein Schwager seit 2007. «Wir haben uns eigentlich in MĂŒnchen immer sehr sicher gefĂŒhlt.» Sie wollten bereits am Freitag wieder öffnen, die Scheiben seien vorerst verklebt. «Wir lassen uns nicht einschĂŒchtern. Wir machen auf.»

Auch er vermutet, dass die TĂ€ter politisch motiviert waren. «Also wir wollen natĂŒrlich nichts erfinden, niemandem was unterstellen, aber wir sind natĂŒrlich ein sichtbares israelisches Lokal, und da liegt halt die Vermutung nahe», sagte Dratva. 

Starker Anstieg antisemitischer VorfÀlle

Nach dem Hamas-Massaker mit mehr als 1.000 getöteten Israelis am 7. Oktober 2023 und dem folgenden Gaza-Krieg mit Tausenden zivilen palÀstinensischen Opfern ist die Zahl antisemitischer VorfÀlle in Bayern nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) stark gestiegen. 

Israel steht derzeit auch im Fokus wegen seiner Beteiligung am Krieg gegen den Iran sowie seines Kriegs mit der Hisbollah im Libanon. Erst am Mittwoch hatte die Armee dort schwere Angriffe gegen die Schiiten-Miliz gefĂŒhrt, denen nach libanesischen Angaben auch zahlreiche Zivilisten zum Opfer fielen. Aber auch unabhĂ€ngig von den Nahost-Konflikten gibt es Antisemitismus, etwa in rechtsextremen Kreisen.

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