Union erneuert Kritik an Selbstbestimmungsgesetz
14.11.2023 - 13:52:08Dies sei gerade bei den gesellschaftspolitischen Vorhaben dieser Regierung "extrem auffĂ€llig", so BĂ€r. "Die Gesellschaftspolitik ist das Einzige, was die Ampel-Parteien derzeit wirklich eint. Sie schlagen mit dieser IdentitĂ€tspolitik Pflöcke ein, die nur schwer reversibel sind." Das Selbstbestimmungsgesetz werde fĂŒr eine sehr kleine Minderheit gemacht, deren Anliegen sehr ernst genommen werden mĂŒssten, "aber es hat Auswirkungen auf 83 Millionen Menschen". Geschlecht sei "keine Idee, sondern RealitĂ€t". Die Union kritisiert vor allem die Regelungen, die bezĂŒglich des Wechsels des Geschlechtseintrags fĂŒr Kinder und Jugendliche gelten sollen: "Jugendliche, vor allem MĂ€dchen, sind gerade in der PubertĂ€t unsicher bezĂŒglich ihrer GeschlechtsidentitĂ€t", so BĂ€r. "Das Selbstbestimmungsgesetz leistet gerade bei dieser vulnerablen Gruppe der Tendenz Vorschub, altersbedingten Persönlichkeitszweifeln gleich mit einem rechtlichen Geschlechtswechsel zu begegnen." BĂ€r kritisierte, dass das Gesetz auch fĂŒr Jugendliche keine verpflichtende Begutachtung mehr vorsehe. Sie sei skeptisch, ob Jugendliche mit Vollendung des 14. Lebensjahres wirklich in der Lage seien, die Bedeutung und Tragweite einer solchen Entscheidung fĂŒr ihr ganzes Leben einschĂ€tzen zu können - vor allem, wenn dem Namenswechsel dann auch medizinische MaĂnahmen folgten, so die Familienpolitikerin. "Die Begutachtungspflicht sollte deshalb unbedingt bestehen bleiben, um die Gefahr zu bannen, dass altersbedingte Persönlichkeitszweifel vorschnell mit einem rechtlichen Geschlechtswechsel beantwortet werden." Auch dass die Entscheidung ĂŒber einen Wechsel des Geschlechtseintrags bei Kindern unter 14 Jahren allein bei den Eltern liegt, berge Missbrauchsgefahren, so BĂ€r. "Im Worst Case kann eine Familie, die schon drei Töchter hat, sich aber unbedingt einen Sohn wĂŒnscht, die viertgeborene Tochter zum Jungen erklĂ€ren und als Jungen erziehen." NatĂŒrlich werde das nicht die Mehrheit sein, dennoch mĂŒsse bei Gesetzesvorhaben immer auch nach der Missbrauchsgefahr geschaut werden. "Es gibt immer ein paar VerrĂŒckte. Wir haben die Aufgabe, Kinder und Jugendliche zu schĂŒtzen - im Zweifel und in ganz schwerwiegenden FĂ€llen auch vor ihren Eltern." Die Union könne dem Gesetz daher nicht zustimmen. Der Entwurf sei zu einschneidend fĂŒr den restlichen Lebensweg der Jugendlichen, so BĂ€r. "Hier wird aus falsch verstandener Toleranz gegenĂŒber einem MinderheitenphĂ€nomen ein Gesetz auf Kosten der IdentitĂ€tsfindung junger Menschen gemacht. Das ist wirklich tragisch. Zum einen fĂŒr die tatsĂ€chlich von TranssexualitĂ€t Betroffenen, zum anderen fĂŒr die vulnerablen Jugendlichen, die meinen, ihre Probleme basierten nur auf der falschen Geschlechtszugehörigkeit." In der Summe schaffe das Gesetz mehr Probleme, als es den Betroffenen helfen werde. "Wir hoffen aber, dass der Druck von Experten und VerbĂ€nden noch zu Verbesserungen fĂŒhrt."


