Streit um Ukraine-Hilfen: Biden wirft Trump Sabotage vor
06.02.2024 - 20:54:23"Alles deutet darauf hin, dass ĂŒber diesen Gesetzentwurf nicht einmal im Senat abgestimmt wird. Warum? Aus einem einfachen Grund: Donald Trump. Weil Donald Trump denkt, es sei politisch schlecht fĂŒr ihn", sagte Biden in einer kurzfristig anberaumten Rede am Dienstag in Washington. "Er wĂŒrde dieses Problem lieber instrumentalisieren, als es tatsĂ€chlich zu lösen."
Die Freigabe neuer US-Hilfen fĂŒr die Ukraine wird von einem innenpolitischen Streit zwischen Demokraten und Republikanern im US-Parlament blockiert. Republikaner haben unter anderem Zweifel an der UnterstĂŒtzung fĂŒr die Ukraine angemeldet oder lehnen diese völlig ab. Sie verlangen auĂerdem deutlich mehr Ressourcen zur Sicherung der US-Grenze. Die illegale Einwanderung in die USA ist eines der dominierenden Themen im PrĂ€sidentschaftswahlkampf. Ein legislativer Erfolg Bidens könnte fĂŒr Trump einen Nachteil bedeuten. Derzeit deutet alles auf eine Neuauflage des Duells zwischen Biden und Trump hin.
Am Sonntag hatten US-Senatoren einen Vorschlag fĂŒr ein Hilfspaket im Umfang von 118 Milliarden Dollar vorgelegt. Darin sind MilitĂ€rhilfen in Milliardenhöhe fĂŒr die Ukraine und Israel ebenso enthalten wie Mittel fĂŒr den Grenzschutz. Am Montag teilte dazu die republikanische FĂŒhrung im ReprĂ€sentantenhaus mit: "Jede PrĂŒfung dieses Gesetzesentwurfs in seiner jetzigen Form ist Zeitverschwendung. Bei der Ankunft im ReprĂ€sentantenhaus ist er tot. Wir ermutigen den US-Senat, ihn abzulehnen."
Diese ablehnende Haltung schrieb Biden den BemĂŒhungen Trumps zu, den Gesetzesvorschlag zu torpedieren. In den vergangenen 24 Stunden habe dieser "nichts anderes getan, als Republikanern im ReprĂ€sentantenhaus und im Senat zu drohen, damit sie gegen diesen Vorschlag stimmen", sagte der PrĂ€sident am Dienstag. Die Republikaner hĂ€tten jahrelang gesagt, sie wollten die Grenze sichern. "Jetzt haben sie das stĂ€rkste Grenzgesetz, das dieses Land je gesehen hat." Die Partei mĂŒsse entscheiden, wem sie diene, sagte Biden: "Donald Trump oder dem amerikanischen Volk?"
Die Ukraine sei auf die Hilfe aus den USA angewiesen, betonte Biden weiter. "Die Uhr tickt jede Woche, jeden Monat, der ohne neue Hilfe vergeht." Dies spiele Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin in die HĂ€nde. Die Ukraine wehrt seit Februar 2022 einen russischen Angriffskrieg ab und braucht dafĂŒr weiter auslĂ€ndische UnterstĂŒtzung. Die bisher vom US-Kongress bewilligten Mittel fĂŒr das Land sind nach Angaben der Regierung weitestgehend aufgebraucht. "Die Welt schaut zu", sagte Biden. "Wir können diese kleinliche Parteipolitik nicht fortsetzen und uns der Verantwortung entziehen."
Bundeskanzler Olaf Scholz reist am Donnerstag nach Washington und wird dort am Freitag Biden treffen. Dabei soll es nach Angaben des WeiĂen Hauses auch um den Krieg in der Ukraine gehen. Der Kanzler hatte seinerseits in der vergangenen Woche bei einem Gipfel in BrĂŒssel die EU-Partner dazu gedrĂ€ngt, mehr MilitĂ€rhilfe fĂŒr das angegriffene Land zu leisten. Der Appell richtete sich vor allem an wirtschaftsstarke Staaten wie Italien, Spanien und Frankreich.

