Trumps «Tag der Befreiung» - Neues XXL-Zollpaket erwartet
02.04.2025 - 04:00:46US-PrĂ€sident Donald Trump will heute die Details seiner angekĂŒndigten weitreichenden Strafzölle bekanntgeben. Sie könnten auch die EuropĂ€ische Union schwer treffen und die Weltwirtschaft erschĂŒttern. Auch wenn noch viele Details ĂŒber die neuen Zölle offen sind, könnten diese unmittelbar wirksam werden. «Sie werden sofort in Kraft treten», sagte Trumps Sprecherin Karoline Leavitt. Die Regeln, die Trump bei einer Rede im Rosengarten des WeiĂen Hauses (22.00 Uhr deutscher Zeit) verkĂŒnden will, dĂŒrften die bisher aggressivste und folgenschwerste ZollmaĂnahme des US-PrĂ€sidenten sein.
Pauschale oder wechselseitige Zölle?
Der Republikaner hat den Tag der VerkĂŒndung vorab als «Tag der Befreiung» angepriesen. Die Rede war von der VerhĂ€ngung wechselseitiger Zölle. Das bedeutet im Prinzip, dass die USA ĂŒberall dort ihre Zölle auf ein entsprechendes Niveau anheben, wo sie derzeit weniger verlangen als ihre Handelspartner.
Doch zuletzt war unklar, ob das WeiĂe Haus sich explizit auf einzelne Branchen und LĂ€nder konzentriert und mit genau darauf abgestimmten StrafmaĂnahmen reagiert. Die USA könnten stattdessen auch pauschale Zölle erheben.Â
So berichtete die «Washington Post» unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen, dass Mitarbeiter des WeiĂen Hauses einen Vorschlag zur EinfĂŒhrung von Zöllen in Höhe von rund 20 Prozent auf die meisten Importe in die Vereinigten Staaten ausgearbeitet hĂ€tten. Dieser Schritt wĂŒrde die Weltwirtschaft wahrscheinlich im erheblichen MaĂe belasten. Berater des WeiĂen Hauses wiesen der Zeitung zufolge aber darauf hin, dass mehrere Optionen auf dem Tisch lĂ€gen und noch keine endgĂŒltige Entscheidung getroffen worden sei.Â
Europa im Visier
Trump sagte zwar am Wochenende, dass die Zölle «alle» LĂ€nder treffen wĂŒrden, doch besonders die EU ist dem 78-JĂ€hrigen ein Dorn im Auge. Er moniert, dass europĂ€ische Unternehmen insgesamt deutlich mehr Waren in den USA verkaufen als amerikanische Firmen in der EU. Der Republikaner wirft den EuropĂ€ern auch unfaire Wettbewerbsverzerrungen wie Subventionen und strenge Einfuhrvorgaben vor. Immer wieder moniert er auch die in Europa fĂ€llige Mehrwertsteuer, die aber kein Handelshemmnis darstellt. Sie wird unabhĂ€ngig davon erhoben, ob Waren im Inland produziert oder aus dem Ausland importiert wurden.Â
Nach Angaben von EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen werden die USA neue Sonderzölle auf die Einfuhr von Halbleitern, Pharmazeutika und Holz erheben. Zudem erwarte man eine weitere AnkĂŒndigung zu reziproken (wechselseitigen) Zöllen, mit denen auf angebliche unfaire Zölle anderer LĂ€nder reagiert werden soll, sagte die deutsche Spitzenpolitikerin. Diese wĂŒrden sofort fĂŒr fast alle Waren und viele LĂ€nder der Welt gelten und zu den Sonderzöllen hinzukommen, die US-PrĂ€sident Donald Trump bereits in Kraft gesetzt hat.Â
Die EU hat bereits klargemacht, mit GegenmaĂnahmen auf Trump Zölle zu reagieren - das könnte einen Handelskrieg auslösen. Höhere Zölle verteuern den internationalen Handel, sorgen fĂŒr Unsicherheit auf den MĂ€rkten, erhöhen die Verbraucherpreise und bremsen das Wachstum. Die Gefahr einer weltweiten Rezession wĂ€chst. Produktionsverlagerungen können zu Lieferkettenproblemen fĂŒhren, exportabhĂ€ngige Branchen droht der Verlust von AuftrĂ€gen, was wiederum zu Entlassungen fĂŒhren kann.Â
Trump fÀhrt scharfen Zollkurs
Trump setzt trotz all dieser Gefahren seit seinem Wiedereinzug ins WeiĂe Haus auf Zölle. Er verhĂ€ngte bereits Zölle auf alle Aluminium- und Stahlimporte, brachte Zölle in Höhe von 25 Prozent auf importierte Autos und Autoteile auf den Weg, fĂŒhrte erhöhte Zölle auf alle Waren aus China ein und nahm seine Nachbarn Kanada und Mexiko ins Visier. Auf Waren aus Kanada und Mexiko verhĂ€ngte Zölle setzte er zwar zum Teil wieder aus - diese Frist endet nun aber. Unklar ist, ob dies am Mittwoch oder am Donnerstag passiert.Â
Trump hat Zölle in der Vergangenheit als sein Lieblingswort bezeichnet und schon in seiner ersten Amtszeit diverse Strafabgaben eingefĂŒhrt. Er will mit Zöllen das Handelsungleichgewicht korrigieren und die USA als Produktionsstandort stĂ€rken. Zugleich könnten die Zolleinnahmen dazu dienen, sein teures Wahlversprechen umfassender Steuersenkungen zumindest teilweise gegenzufinanzieren. Zölle dienen dem Republikaner auch als Druckmittel, um in Verhandlungen mit anderen LĂ€ndern seine Ziele zu erreichen.
Trump: «Es betrifft die Welt»
Ein Importzoll ist eine Abgabe, die ein Staat auf eingefĂŒhrte Waren erhebt. Er verteuert importierte Produkte und soll heimische Unternehmen vor auslĂ€ndischer Konkurrenz schĂŒtzen. Das importierende Unternehmen zahlt die Abgabe - im Fall der US-Zölle also das Unternehmen in den USA. Ăkonomen fĂŒrchten, dass die Unternehmen die höheren Preise an die Verbraucher weitergeben. Das könnte die Inflation in den USA anheizen und das Wachstum ausbremsen.Â
Trump und sein Team wischen diese Bedenken zur Seite. Die Zölle bedeuteten «mehr ArbeitsplĂ€tze in Ihren Gemeinden, was wiederum mehr Geld, mehr Investitionen und mehr Geld in Ihrer Tasche bedeutet», sagte Trumps Sprecherin Leavitt an die Amerikaner gerichtet. «Es betrifft die Welt, nicht nur dieses Land», sagte Trump Anfang der Woche. Man tue das Richtige fĂŒr die USA, diese seien das Sparschwein fĂŒr die ganze Welt.





