Deutschland, Hamburg

Verfahren: Aber 100-Meter-Rekordler Ansah nicht suspendiert

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 14:36 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Owen Ansah bleibt als erster Deutscher ĂŒber 100 Meter unter zehn Sekunden. Nun lĂ€uft ein Verfahren der Nationalen Anti Doping Agentur gegen ihn. Ansah erklĂ€rt, was vorgefallen ist.
Gegen 100-Meter-Rekordler Owen Ansah lÀuft ein Verfahren der Nationalen Anti Doping Agentur. (Archivbild) - Bild: Bernd Thissen/dpa

Gegen den deutschen 100-Meter-Rekordler Owen Ansah lĂ€uft ein sogenanntes Ergebnismanagementverfahren der Nationalen Anti Doping Agentur. Hintergrund sei ein möglicher Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen, teilte die Nada mit und nannte dabei die Verweigerung einer Dopingkontrolle. 

Der 25 Jahre alte Leichtathlet vom Hamburger SV ist aber nicht vorlĂ€ufig suspendiert. «FĂŒr den dem Athleten vorgeworfenen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen sieht das Anti-Doping-Regelwerk keine zwingend zu verhĂ€ngende vorlĂ€ufige Suspendierung vor», erklĂ€rte die Nada eine Woche vor den deutschen Meisterschaften in Bochum.

Eigentlich schon auf dem Weg zum Flughafen

Ansah muss als Mitglied des Testpools fĂŒr jeden Tag im Voraus angeben, wo er eine Stunde lang fĂŒr eine Dopingprobe anzutreffen ist. In einer Stellungnahme des Deutschen Leichtathletik-Verbandes berichtete der Sprinter, er sei in der vergangenen Woche als NachrĂŒcker ganz kurzfristig in das Starterfeld fĂŒr das Diamond-League-Rennen in Monaco gerutscht. Am Donnerstag habe er gegen 14.30 Uhr gerade Richtung Flughafen aufbrechen wollen, als ein Kontrolleur außerhalb seines Proben-Zeitfensters geklingelt und um die Abgabe einer Dopingprobe gebeten habe.

«Ich war schon sehr spĂ€t dran und konnte so kurzfristig die Probe nicht abgeben, zumal ich kurz zuvor die Toilette besucht hatte. Dies habe ich mit dem Kontrolleur besprochen», sagte Ansah weiter. «Es wurde nicht angeboten, dass der Kontrolleur mit zum Flughafen fĂ€hrt, damit ich dort die Probe abgeben kann. Zudem wurden keinerlei Konsequenzen aufgezeigt. Der Kontrolleur wĂŒnschte mir noch viel GlĂŒck in Monaco.»

Proben in Monaco und kurz danach

Dort sei er am Wettkampftag - dem Freitag vergangener Woche - noch von der Welt-Anti-Doping-Agentur kontrolliert worden, ebenso am Montag danach von der Nada in dem von ihm angegebenen Zeitfenster. «Ich werde alles dafĂŒr tun, um den Sachverhalt aufzuklĂ€ren», versprach Ansah. DLV-Vorstand Jörg BĂŒgner betonte, der DLV unterstĂŒtze die Arbeit der Nada vollumfĂ€nglich und stehe mit Ansah in engem Austausch.

Ansah war vor zwei Jahren in Braunschweig in 9,99 Sekunden als erster deutscher Sprinter unter der Marke von zehn Sekunden geblieben. Am 6. Juni steigerte der in Mannheim trainierende Athlet die Bestmarke auf 9,98 Sekunden. Bei der EM ab dem 10. August im britischen Birmingham hÀtte Ansah nicht nur im Einzelrennen Medaillenchancen, sondern auch mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel.

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