Pistorius, Bundeswehr-AuslandseinsÀtze

Pistorius erwartet zunĂ€chst keine großen Bundeswehr-AuslandseinsĂ€tze

16.12.2023 - 07:00:00

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erwartet nach dem abgeschlossenen Abzug der Bundeswehr aus Mali keine weiteren AuslandseinsĂ€tze in dieser GrĂ¶ĂŸenordnung.

"Ich sehe derzeit nicht, dass wir so große EinsĂ€tze wie Afghanistan oder Mali wiederholen", sagte Pistorius der "Welt am Sonntag". Kleinere Engagements insbesondere im Bereich der militĂ€rischen Beratung hĂ€lt er aber weiter fĂŒr wichtig.

"Die Zusammenarbeit auch mit LĂ€ndern, die vielleicht nicht alle unsere Werte teilen, halte ich fĂŒr essenziell. Die Alternative wĂ€re, keine Kontakte mehr zu diesen LĂ€ndern zu haben und sie von vornherein den Russen und den Chinesen zu ĂŒberlassen. Und das wĂ€re noch viel gefĂ€hrlicher", sagte Pistorius. Die Bundeswehr dĂŒrfe sich nicht nur in Europa engagieren, so der Minister. Sicherheitspolitik funktioniere anders. "Wenn wir uns nicht um die Stabilisierung bestimmter Regionen mit bemĂŒhen, zum Beispiel auch um die Freiheit der See- und Handelswege, dann verlieren wir den Einfluss in dieser Region, sowohl politisch als auch wirtschaftlich", sagte Pistorius unter Verweis auf das deutsche Engagement im Indo-Pazifik. "Und gleichzeitig tragen wir dann die Folgen einer destabilisierten Region, sei es nun Sahel oder Indopazifik. Also ist es klug und richtig, einen Beitrag zur StabilitĂ€t zu leisten." Der SPD-Politiker wies den Vorwurf zurĂŒck, die EinsĂ€tze in Mali und Afghanistan seien Desaster gewesen. "Beides war militĂ€risch auch kein Desaster, die Soldaten haben ihre Aufgaben erfĂŒllt. Dass sich die politischen Rahmenbedingungen verĂ€ndern, kann man nicht der Bundeswehr anlasten." Auch der ĂŒbergreifende Ansatz aus Diplomatie, Entwicklungszusammenarbeit und militĂ€rischem Engagement bleibe richtig, so der Verteidigungsminister. "Wir haben damit fĂŒr eine gewisse Zeit zu einer Stabilisierung der LĂ€nder beigetragen. Ja, man kann sagen: Wenn wir solche Missionen lassen, ersparen wir uns das Risiko eines möglichen Misserfolgs", so Pistorius. "Dann kommen aber andere Herausforderungen auf uns zu, zum Beispiel deutlich wachsende Migrationsbewegungen oder sich ausbreitender Terrorismus."

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