Zukunft, Wehrpflicht

Zukunft der Wehrpflicht: Pistorius will Ende Mai Vorschlag machen

10.05.2024 - 18:45:25

Verteidigungsminister Boris Pistorius will spÀtestens in drei Wochen einen Vorschlag zur Zukunft der Wehrpflicht in Deutschland vorlegen.

Das kĂŒndigte der SPD-Politiker am Freitag bei einem Besuch im kanadischen Ottawa an. Er beabsichtige, sich in der letzten Maiwoche öffentlich zu Ă€ußern, vorher werde intern beraten, sagte er nach einem GesprĂ€ch mit seinem Kollegen Bill Blair. Zuvor hatte die "Welt am Sonntag" berichtet, dass das Ministerium Pistorius unterschiedliche Modelle fĂŒr eine mögliche WiedereinfĂŒhrung der Wehrpflicht vorgeschlagen habe. Die VorschlĂ€ge aus dem Ministerium reichen demnach von einer Optimierung der aktuellen Vorgehensweise bis zu einer allgemeinen Dienstpflicht fĂŒr MĂ€nner und Frauen.

Trotz einer Personaloffensive der Bundeswehr war die Truppe im vergangenen Jahr auf 181 500 Soldatinnen und Soldaten geschrumpft. Pistorius lĂ€sst nun - auch unter dem Eindruck des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine - verschiedene Modelle einer Dienstpflicht prĂŒfen, um auf dieser Basis einen Vorschlag zu prĂ€sentieren. In Deutschland war die Wehrpflicht im Jahr 2011 unter dem damaligen Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) ausgesetzt worden. Die damals beschlossene Regelung sieht aber auch vor, die Wehrpflicht im Spannungs- oder Verteidigungsfall wieder aufleben zu lassen.

Unter den VorschlĂ€gen der Fachleute, die Pistorius nun vorliegen, wĂ€re der am weitesten gehende laut "Welt am Sonntag" eine "geschlechtsneutrale Wehrpflicht". Damit wĂ€ren alle MĂ€nner und Frauen ab 18 Jahren verpflichtet, einen Online-Fragebogen auszufĂŒllen und anschließend Wehrdienst oder einen zivilen Ersatzdienst abzuleisten, wenn nicht ausreichend Freiwillige zur VerfĂŒgung stehen. Ausgehend von dieser Wehrpflicht könne anschließend die EinfĂŒhrung einer allgemeinen Dienstpflicht diskutiert werden, zitiert die Zeitung aus dem Bericht. Dabei ginge nicht nur um die Bundeswehr, sondern auch um Feuerwehren, SanitĂ€tsdienste oder das Technische Hilfswerk.

Alternativ wird laut "Welt am Sonntag" vorgeschlagen, ausschließlich MĂ€nner zum AusfĂŒllen des Fragebogens und einer eventuellen Musterung zu verpflichten und Frauen lediglich auf freiwilliger Basis anzuschreiben.

Die ebenfalls erwogene "Optimierung des Status quo" sieht demnach lediglich vor, allen 18-JĂ€hrigen Informationsmaterial zuzuschicken, beim AusfĂŒllen des Fragebogens aber auf Freiwilligkeit zu setzen. Dieses Modell gilt dem Bericht zufolge allerdings als "am wenigsten erfolgversprechend".

@ dpa.de