Victoria Carl, Langlauf

Victoria Carl kehrt nach 18 Monaten Sperre im Dezember zurück

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 12:23 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Die Thüringerin darf nach 18 Monaten Sperre wieder mit dem deutschen Team trainieren. Vor dem geplanten Weltcup-Einsatz muss sie bei einem FIS-Rennen Startpunkte sammeln.

Carls Weg zurück in den Weltcup

  • Victoria Carl trainiert seit Ende September wieder mit dem deutschen Langlauf-Team.
  • Vor dem Weltcup in Trondheim ist ein FIS-Rennen im norwegischen Gaalaa geplant.
  • Für die Rückkehr benötigt die 31-Jährige zunächst die nötigen FIS-Punkte.
  • Victoria Carl steht vor der Rückkehr in den Langlauf-Weltcup. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa
  • DSV-Sportdirektor Peter Schlickenrieder freut sich über die Rückkehr von Victoria Carl. (Archivbild) - Bild: Daniel Löb/dpa
  • Victoria Carls größter Moment: Olympia-Gold 2022 im Teamsprint mit Katharina Hennig (l). (Archivbild) - Bild: Angelika Warmuth/dpa
Victoria Carl steht vor der Rückkehr in den Langlauf-Weltcup. (Archivbild) - Bild: Hendrik Schmidt/dpa DSV-Sportdirektor Peter Schlickenrieder freut sich über die Rückkehr von Victoria Carl. (Archivbild) - Bild: Daniel Löb/dpa Victoria Carls größter Moment: Olympia-Gold 2022 im Teamsprint mit Katharina Hennig (l). (Archivbild) - Bild: Angelika Warmuth/dpa

Victoria Carl trainiert wieder mit dem deutschen Team

Victoria Carl steht nach einer 18-monatigen Dopingsperre vor ihrem Comeback im Skilanglauf. Die Teamsprint-Olympiasiegerin von 2022 plant ihren ersten Weltcup-Start vom 4. bis 6. Dezember in Trondheim.

Comeback beginnt bei einem FIS-Rennen

Zuvor will die 31-Jährige bei einem zweitklassigen FIS-Rennen im norwegischen Gaalaa antreten. Dort soll sie die nötigen Punkte für ihre Rückkehr in den Weltcup sammeln.

Die Vorbereitung führt Carl in den ersten beiden November-Wochen mit dem deutschen Team ins finnische Muonio. Seit dem Wiedersehen mit ihren Teamkolleginnen Ende September trainiert sie wieder mit der Mannschaft.

DSV arbeitet den Dopingfall auf

Carl war im März 2025 positiv auf die verbotene Substanz Clenbuterol getestet worden. Sie führte den Befund auf das Hustenmittel Spasmo Mucosolvan zurück, das ihr ein Bundeswehrarzt bei der Militär-WM verabreicht hatte.

Im Team wurden die Vorgänge nach Angaben von DSV-Sportdirektor Peter Schlickenrieder intensiv besprochen. Dabei ging es auch darum, aus dem Fall Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen.

Olympia-Teilnahme verpasst

Die Sperre kostete Carl die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in diesem Jahr. Die Thüringerin beschrieb diese Phase als schweren Einschnitt und arbeitet nun an ihrem sportlichen Neustart.

Unterstützung erhält sie vom Verband und ihren Teamkolleginnen. Schlickenrieder verwies zugleich auf den Druck, der mit der großen Vorfreude verbunden sei, und mahnte zu realistischen Erwartungen.

Johaug dient als Beispiel

Als mögliches Vorbild gilt die Norwegerin Therese Johaug. Sie verbüßte nach einem positiven Dopingtest ebenfalls eine 18-monatige Sperre und gewann anschließend weitere Olympia- und WM-Titel.

Wie stark Carl zurückkehrt, soll sich in den ersten Rennen zeigen. Die Langläuferin selbst formulierte das Ziel, stärker zurückzukommen und in der kommenden Saison die Beste zu sein.

Victoria Carls Rückkehr fällt in eine Phase, in der der internationale Langlaufkalender bereits vor dem ersten Weltcup-Auftritt wichtige Qualifikationsschritte vorsieht. Der geplante Start bei einem FIS-Rennen in Gaalaa soll ihr die Punkte verschaffen, die sie für den Weltcup-Einsatz in Trondheim benötigt. Damit ist das Comeback sportlich nicht allein eine Frage der Form, sondern auch an formale Startvoraussetzungen gebunden.

Der Fall berührt zugleich ein Grundproblem des Anti-Doping-Systems: Athletinnen und Athleten tragen grundsätzlich die Verantwortung dafür, was in ihren Körper gelangt. Carl führt den positiven Befund auf ein verabreichtes Hustenmittel zurück. Nach einer 18-monatigen Sperre muss sie deshalb nicht nur den Trainingsrückstand ausgleichen, sondern auch öffentlich mit den Folgen des Falls umgehen.

Rückkehr unter besonderer Beobachtung

Für den Deutschen Skiverband besitzt Carls Rückkehr sportliche und organisatorische Bedeutung. Als Olympiasiegerin im Teamsprint und Gesamtweltcup-Zweite der Saison 2024/25 gehört sie zu den leistungsstarken deutschen Langläuferinnen. Ihre Rückkehr kann das Team verstärken, erhöht aber zugleich den Erwartungsdruck.

Das Beispiel der Norwegerin Therese Johaug zeigt, dass eine Rückkehr nach einer Sperre sportlich möglich ist. Einen vergleichbaren Verlauf garantiert das nicht. Entscheidend werden die ersten Rennen, die Belastungssteuerung und der Umgang mit der öffentlichen Aufmerksamkeit sein. Für Zuschauerinnen und Zuschauer wird der Weltcup in Trondheim damit zu einem frühen Prüfstein für Carls Neustart.

ntv: „Carl vor Comeback: Beim Wiedersehen fließen "sehr viele Tränen"“ (28.10.2026)

Der Beitrag bestätigt Carls Rückkehr ins Mannschaftstraining und hebt die emotionale Begegnung mit dem DSV-Team hervor. Einen zusätzlichen Schwerpunkt setzt er auf ihre früheren Erfolge, die verpassten Olympischen Spiele und das Vorbild Therese Johaug.

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