Söder: Koalition darf nicht im Parteidenken steckenbleiben
26.10.2025 - 00:01:08CSU-Chef Markus Söder hat die Koalition aus Union und SPD aufgerufen, stÀrker an einem Strang zu ziehen. «Eine Koalition darf nicht im Parteidenken steckenbleiben», sagte Söder der «Bild am Sonntag». «Am Ende zÀhlen nicht taktische GelÀndegewinne, sondern was richtig und wichtig ist. Land geht immer vor Partei», mahnte der bayerische MinisterprÀsident.
Die Politik mĂŒsse sich «wieder stĂ€rker an der Mitte der Gesellschaft orientieren â an dem, was die Bevölkerung wirklich bewegt». Der CSU-Chef sagte weiter: «Die Menschen haben ein gutes GespĂŒr fĂŒr Gerechtigkeit. Es braucht keine akademischen Debatten, sondern pragmatische Lösungen.»Â
Söder forderte zugleich Geschwindigkeit bei den geplanten Reformen. «Wir brauchen Tempo, Tempo, Tempo. Die Wirtschaft muss jetzt das absolute Top-Thema fĂŒr die Bundesregierung sein. Wir mĂŒssen sie wieder zum Laufen bringen. Der Grundsatz muss sein: weniger BĂŒrokratie und mehr Vertrauen in die Wirtschaft», betonte Söder.Â
Die schwarz-rote Bundesregierung ist knapp ein halbes Jahr im Amt. Am 6. Mai war das Kabinett von Kanzler Friedrich Merz (CDU) vereidigt worden. In aktuellen Umfragen hat die schwarz-rote Koalition allerdings keine Mehrheit.Â
Negative Noten fĂŒr die Regierung - Zweifel am Bestand bis 2029
Im Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Insa fĂŒr die «Bild am Sonntag» erhebt, bleibt die AfD trotz leichtem Verlust mit 26 Prozent (-1) stĂ€rkste Kraft. Die Union verliert ebenfalls einen Punkt und kĂ€me auf 24 Prozent, wenn am Sonntag Bundestagswahl wĂ€re. Die SPD legt im Vorwochenvergleich einen Prozentpunkt auf 15 Prozent zu. GrĂŒne und Linke verharren bei je 11 Prozent, BSW und FDP bei je 4 Prozent der 1.205 Befragten. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer lag die Union mit 27 Prozent allerdings vor der AfD mit 25 Prozent.Â
Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. GrundsÀtzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf etwaige WahlausgÀnge.
Wie Insa weiter erhob, sind die Menschen in Deutschland zunehmend unzufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung. 66 Prozent der hier 1.003 Befragten sind mit der Regierungsarbeit unzufrieden, das sind im Vergleich zur letzten Erhebung am 10. Oktober drei Prozentpunkte mehr. Zufrieden sind noch 25 Prozent der Befragten (-3). 49 Prozent der Befragten rechnen damit, dass die Regierung nicht die komplette Legislaturperiode hÀlt. Nur 32 Prozent glauben, dass die Koalition bis 2029 besteht.


