Studie, VĂ€ter

Studie: VĂ€ter wollen mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen

16.08.2025 - 01:00:00

Viele VĂ€ter wollen prĂ€sent sein und Verantwortung ĂŒbernehmen - die RealitĂ€t weicht jedoch oft von den eigenen Vorstellungen ab.

Das zeigt die Studie "Familie und Erziehung 2025" der Krankenkasse Pronova BKK, ĂŒber die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben) berichten. Befragt wurden 2.000 MĂŒtter und VĂ€ter ab 18 Jahren mit mindestens einem Kind unter 16 Jahren im Haushalt. Demnach wollen 55 Prozent der befragten VĂ€ter viel Zeit mit den Kindern verbringen, 51 Prozent sehen sich als "Freund und BeschĂŒtzer" ihres Nachwuchses.

FĂŒr jeden Zweiten gehört es auch dazu, Aufgaben im Haushalt zu ĂŒbernehmen, bei Erziehungsfragen mitzuentscheiden (49 Prozent) und fĂŒr den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen (48 Prozent). In der RealitĂ€t sieht es jedoch anders aus: Nur 46 Prozent verbringen tatsĂ€chlich viel Zeit mit ihren Kindern, 36 Prozent stehen nachts beim Baby auf oder wechseln Windeln, obwohl 42 Prozent dies ihrem Idealbild nach tun wĂŒrden. Gleichzeitig arbeiten 53 Prozent in Vollzeit, obwohl dies nur 36 Prozent mit dem eigenen Idealbild eines modernen Vaters verbinden. MĂŒtter legen laut Studie noch höhere AnsprĂŒche an sich selbst: 70 Prozent wollen viel Zeit mit ihren Kindern verbringen, zwei Drittel möchten zu Hause bleiben, wenn das Kind krank ist. VĂ€ter erwarten dies deutlich seltener von ihnen: 58 Prozent der VĂ€ter wĂŒnschen sich, dass eine "ideale Mutter" viel Zeit mit dem Kind verbringt. "Die Erwartungen der MĂŒtter an die Beziehung zu ihrem Kind sind nur sehr bedingt davon geprĂ€gt, was VĂ€ter erwarten. Vielmehr spiegeln sie ĂŒberhöhte bis verzerrte AnsprĂŒche wider, die MĂŒtter an sich selbst stellen", sagte die Kinderpsychologin Nina Grimm. "MĂŒtter sollten sich klarmachen, dass der Partner vieles anders machen wird - aber nicht automatisch schlechter", so Grimm. VĂ€ter seien in Care-Aufgaben oft ebenso kompetent, nur weniger geĂŒbt. Die Studie zeigt außerdem, dass VĂ€ter den Einsatz von MĂŒttern im Alltag hĂ€ufig unterschĂ€tzen: Nur gut die HĂ€lfte erkennt, dass ihre Partnerin Hausarbeiten ĂŒbernimmt, obwohl tatsĂ€chlich zwei Drittel dies tun. Beim Thema "Kind krank" bleiben 67 Prozent der MĂŒtter zu Hause, wahrgenommen wird dies aber nur von 51 Prozent der VĂ€ter.

@ dts-nachrichtenagentur.de