Hamas, Gaza

Deutschlandweit Verbote von Pro-PalÀstina-Demos

13.10.2023 - 19:05:37

Vielerorts in Deutschland haben Polizei und StÀdte Pro-PalÀstina-Demonstrationen untersagt. Auch wegen anderer pro-palÀstinensischer Aktionen ist die Polizei immer wieder im Einsatz.

In mehreren deutschen StĂ€dten sind geplante palĂ€stinensische Demonstrationen wegen Sicherheitsbedenken, möglicher antisemitischer Ausrufe oder Gewaltverherrlichung verboten worden. In mehreren StĂ€dten musste die Polizei außerdem eingreifen, weil Israel-Flaggen entwendet und angezĂŒndet wurden.

In Berlin untersagte die Polizei eine fĂŒr Freitagnachmittag am Brandenburger Tor geplante Demonstration. Seit dem Terrorangriff der islamistischen PalĂ€stinenser-Organisation Hamas auf Israel am 7. Oktober verbot die Polizei bereits mehrere Demonstrationen wegen der Erwartung von antisemitischen Äußerungen und der Billigung des Hamas-Blutbads. Trotz der Verbote mussten die Beamten in der Hauptstadt immer wieder gegen Menschenansammlungen im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt vorgehen. Bei einer Versammlung von bis zu 150 Menschen im Stadtteil Neukölln gab es drei Festnahmen.

In Frankfurt wurde die Veranstalterin einer fĂŒr Samstag geplanten und von der Stadt verbotenen anti-israelischen Kundgebung vorlĂ€ufig festgenommen. Sie habe bei einem live gestreamten Pressestatement die Massaker der Hamas am vergangenen Wochenende geleugnet und verharmlost, sagte ein Polizeisprecher. Es werde ermittelt, ob es sich um Volksverhetzung handele. Am Abend wurde jedoch entschieden, dass die Kundgebung stattfinden kann. Das Verbot sei rechtswidrig, teilte das Verwaltungsgericht Frankfurt mit.

Die bayerische Landeshauptstadt MĂŒnchen verbot eine fĂŒr Freitagabend geplante pro-palĂ€stinensische Versammlung. Auch fĂŒr eine am Samstag auf dem Marienplatz angezeigte pro-palĂ€stinensische Kundgebung bereite man eine Untersagung vor, teilte eine Sprecherin des Kreisverwaltungsreferats mit. Die Stadt Freiburg hatte ebenfalls am Freitag eine unangemeldete Versammlung unter dem Motto «PalĂ€stina SolidaritĂ€t ist kein Verbrechen» verboten. Auch in Köln und Mannheim wurden pro-palĂ€stinensische Veranstaltungen am Samstag verboten.

Israelische Flaggen gestohlen oder angezĂŒndet

Indes gab es in mehreren StĂ€dten EinsĂ€tze im Zusammenhang mit Israel-Flaggen. In Berlin wurde am Freitag eine am Rathaus im Stadtteil Reinickendorf angebrachte Israel-Flagge angezĂŒndet. Am Donnerstag war in der rheinland-pfĂ€lzischen Landeshauptstadt Mainz eine israelische Flagge von einem Fahnenmast gerissen und angezĂŒndet worden.

Auch im nordrhein-westfĂ€lischen Recklinghausen wurde laut Polizei am Donnerstag eine israelische Flagge gestohlen. Die Polizei in Stuttgart meldete in der Nacht zu Freitag ein Brandloch in einer an einer kulturellen Einrichtung angebrachten Israel-Flagge. Im niedersĂ€chsischen Stade drang am Donnerstag eine Gruppe junger MĂ€nner ins Rathaus ein, um dort eine Israel-Flagge herunterzureißen, berichtete die Polizei.

Nach dem Terror gegen Israel und den darauffolgenden Luftangriffen der israelischen Armee im Gazastreifen hat die islamistische Hamas «arabische und muslimische Nationen und die freien Menschen der Welt» zu Massenprotesten aufgerufen. Es gehe um die UnterstĂŒtzung «angesichts des offenen Krieges der (israelischen) Besatzung».

@ dpa.de