Vier BundeslÀnder rufen VW zum Erhalt aller Standorte auf
14.10.2024 - 16:14:46 | dpa.deDer vollumfĂ€ngliche Erhalt aller Standorte sei das erste Ziel der Wirtschaftsminister dieser LĂ€nder, heiĂt es in einem gemeinsamen Positionspapier. "Das bedeutet, dass die einzelnen Standorte nicht gegeneinander ausgespielt werden." Mehrere Medien berichteten ĂŒber das auf den 10. Oktober datierte Papier.
Auch "harte Einschnitte" zulasten der BeschĂ€ftigten lehnen die LĂ€nderminister ab. Perspektivisch mĂŒsse ein erneuerter, langfristiger Vertrag zur BeschĂ€ftigungssicherung dafĂŒr sorgen, dass ArbeitsplĂ€tze geschĂŒtzt werden und Know-how erhalten bleibt, fordern sie. "Einmal verlorene Expertise bleibt in der Regel verloren oder ist nur unter gröĂtem Aufwand wieder herzustellen", warnen Olaf Lies (Niedersachsen), Martin Dulig (Sachsen), Kaweh Mansoori (Hessen) und Franziska Giffey (Berlin). Alle vier Ressortchefs gehören der SPD an.
Die Marke Volkswagen DE0007664039 beschÀftigt in Deutschland etwa 120.000 Menschen, davon mehr als 100.000 in Niedersachsen. Das Land Niedersachsen hÀlt zudem 20 Prozent der Stimmrechte im VW-Konzern.
Volkswagen hat die seit Jahrzehnten geltende BeschĂ€ftigungssicherung mit den Gewerkschaften in Deutschland aufgekĂŒndigt. WerksschlieĂungen und betriebsbedingte KĂŒndigungen stehen zur Debatte. Dagegen gibt es erbitterten Widerstand vom Betriebsrat und von der IG Metall.
Neue staatliche Kaufanreize sollen Nachfrage ankurbeln
Der abrupte Wegfall der E-Auto-PrĂ€mie im vergangenen Jahr hatte die Nachfrage nach Batterieautos in Deutschland einbrechen lassen. FĂŒr die Hersteller bedeutet das, dass ihre Werke nicht ausgelastet sind und wegen der schĂ€rferen EU-Flottenziele fĂŒr den CO2-AusstoĂ ab 2025 in Europa hohe Strafzahlungen drohen.
Die Wirtschaftsminister der vier LĂ€nder werben deshalb auch fĂŒr neue Kaufanreize, die der deutschen Autoindustrie wieder Schwung verleihen sollen. Konkret ist die Rede von einem Absatzförderprogramm, "das zuvorderst der heimischen Automobilindustrie zugutekommt und gleichzeitig Mitnahmeeffekte und soziale Ungerechtigkeiten ausschlieĂt".
"Der Stopp der KaufprĂ€mie fĂŒr E-Autos war falsch und hat in einer Lage, in der viele Menschen ihr Konsumverhalten sowieso schon hinterfragen, fĂŒr noch mehr ZurĂŒckhaltung gesorgt", kritisierte Niedersachsens Minister Lies. Der Bund solle daher den Umweltbonus schnell wieder einfĂŒhren. "KaufprĂ€mien waren und sind von starker Bedeutung, um die Verbreitung von Elektroautos und damit die Produktion anzukurbeln."
VW beschÀftigt in Deutschland etwa 120.000 Menschen
DarĂŒber hinaus fordern die vier LĂ€nderminister unter anderem eine schrittweise statt sprunghafte Absenkung der CO2-Flottengrenzwerte und niedrigere Energiepreise fĂŒr die Industrie. Auch der Ausbau von E-LadesĂ€ulen und gĂŒnstiger Ladestrom an öffentlichen Ladepunkten, etwa in Form einer Senkung der darauf anfallenden Steuer, werden gefordert.
Kritik am geplanten Verbrenner-Aus, wie sie etwa von der Union und AfD kommt, weisen die Minister derweil zurĂŒck. Debatten um ein ZurĂŒck zum Verbrenner verunsicherten sowohl KĂ€ufer als auch Unternehmen und Investoren, schreiben sie. "Ich habe schon oft gesagt, dass Technologieoffenheit zu Orientierungslosigkeit fĂŒhrt. Und gerade die können wir in dieser Phase und in den nĂ€chsten Jahren gar nicht gebrauchen", sagte Lies.
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