Produktion/Absatz, Politik/Regierungen

Friedensgutachten: Europa muss eigene Verteidigung stÀrken

02.06.2025 - 14:47:57

Vier deutsche Friedensforschungsinstitute plĂ€dieren angesichts der verĂ€nderten Sicherheitslage fĂŒr mehr eigenstĂ€ndige Verteidigung in Europa.

"Die EuropÀische Union muss Strategien entwickeln, um ihre Verteidigung - vor allem gegen die Bedrohung durch Russland - auf lange Sicht unabhÀngig von den USA sicherzustellen", forderten die Wissenschaftler in Berlin zur Vorstellung ihres Friedensgutachtens 2025.

Es gelte, LĂŒcken in den militĂ€rischen FĂ€higkeiten zu schließen, die RĂŒstungsbeschaffung zu europĂ€isieren und gemeinsame Verteidigungsstrukturen auszubauen, hieß es. Parallel mĂŒssten RĂŒstungskontrolle und diplomatische Initiativen dafĂŒr sorgen, dass Konflikte nicht eskalieren.

"Um den Frieden ist es gegenwÀrtig schlecht bestellt. Als politisches Konzept scheint er sich mit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine erschöpft zu haben", schreiben die Forscher.

Das weltweite Konfliktgeschehen habe sich in den vergangenen Jahren weiter verschÀrft: 2024 seien mehr als 122 Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Gewalt gewesen. Der Krieg in Gaza habe mehr als 53.000 Menschen das Leben gekostet und das Gebiet weitgehend zerstört.

Die Institute kritisieren Waffenlieferungen nach Israel, wenn humanitĂ€res Völkerrecht verletzt werde, und fordern von Deutschland, internationale Gerichtsbarkeit zu respektieren: "Völkerrecht geht vor StaatsrĂ€son. Dies schließt bis auf Weiteres einen Staatsbesuch des israelischen MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu in Deutschland aus."

Das Friedensgutachten ist eine jĂ€hrliche Publikation des Bonn International Centre for Conflict Studies, des Leibniz-Instituts fĂŒr Friedens- und Konfliktforschung, des Instituts fĂŒr Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der UniversitĂ€t Hamburg und des Instituts fĂŒr Entwicklung und Frieden der UniversitĂ€t Duisburg-Essen.

@ dpa.de | DE0007030009 PRODUKTION/ABSATZ