FinanzÀmter, Kassenkontrollen

FinanzÀmter kommen mit den Kassenkontrollen nicht hinterher

06.02.2024 - 07:30:25

Vier Jahre nach der EinfĂŒhrung der Bonausgabepflicht in Deutschland setzen deutsche FinanzĂ€mter die geltenden Kassengesetze unzureichend um.

Das berichtet der "Spiegel". Demnach wird zum Beispiel in Berlin bei Bargeldbetrieben nur durchschnittlich alle 130 Jahre eine sogenannte Kassen-Nachschau durchgefĂŒhrt, andere BundeslĂ€nder prĂŒfen sogar noch seltener. Die Deutsche Steuergewerkschaft und auch Kassenhersteller fordern eine verlĂ€sslichere PrĂŒfpraxis.

Der Schaden könnte SchĂ€tzungen zufolge bis zu 70 Milliarden Euro im Jahr betragen. Eine Abfrage des "Spiegels" in allen BundeslĂ€ndern ergab: 2022 wurden bundesweit nur 11.717 Kontrollen vorgenommen, geplant worden waren im Gesetzgebungsprozess aber 187.667 Kassen-Nachschauen. Auch wenn einzelne BundeslĂ€nder fĂŒr das Jahr 2023 wesentliche Steigerungen melden, bleibt das Ergebnis weit hinter den Erwartungen zurĂŒck. Praktiker beklagen große Unterschiede der PrĂŒfpraxis zwischen verschiedenen BundeslĂ€ndern und sogar zwischen verschiedenen FinanzĂ€mtern. Statt wie erhofft 30 Minuten dauern die PrĂŒfungen in der Praxis zwischen 90 und 190 Minuten. Zudem hatte das Bundesfinanzministerium die Meldepflicht fĂŒr die kryptografisch gesicherten Kassenspeicher (Technische Sicherheitseinrichtung, kurz TSE) in den vergangenen Jahren ausgesetzt. In einem Zwischenbericht vom Herbst 2023 bescheinigt der Bundesrechnungshof, dass eine "GefĂ€hrdungslage fĂŒr den gleichmĂ€ĂŸigen Steuervollzug und die gleichen MarktverhĂ€ltnisse" bestehe. Der Rechnungshof in Sachsen kommt im Januar zu einem Ă€hnlichen Ergebnis. Das Bundesfinanzministerium ist nach eigener Auskunft mit der Umsetzung der Kassengesetze zufrieden. Uneinigkeit gibt es in der Frage, ob die Kontrollen nur bei als besonders riskant eingestuften Betrieben durchgefĂŒhrt oder ob sie wegen der "generalprĂ€ventiven Wirkung" breiter angewendet werden sollten. Eine Evaluierung der Kassensicherungsverordnung steht fĂŒr das Jahr 2025 an.

@ dts-nachrichtenagentur.de