Volkswagen, Porsche-Abschreibung

Volkswagen meldet 5,82 Milliarden Euro Verlust im dritten Quartal

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 14:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Volkswagen weist fĂŒr das dritte Quartal einen Verlust von 5,82 Milliarden Euro aus. Neben der Porsche-Abschreibung belasten vor allem der Einbruch in China und die geringeren Margen bei Elektroautos die Bilanz.

Volkswagens Belastungen im dritten Quartal

  • Volkswagen erzielte von Januar bis September ein Ergebnis nach Steuern von minus 2,72 Milliarden Euro.
  • Die Abschreibung auf den Porsche-Firmenwert belĂ€uft sich auf rund 6,4 Milliarden Euro.
  • In China sanken Volkswagens VerkĂ€ufe in den ersten neun Monaten um gut 30 Prozent auf 1,38 Millionen Fahrzeuge.
  • Volkswagen steuert auf ein Verlustjahr zu. - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  • VW-Finanzchef Antlitz: «Der Markterfolg unserer Elektrofahrzeuge setzt unser Ergebnis zusĂ€tzlich unter Druck». (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
  • Trotz neuer Modelle laufen die GeschĂ€fte in China schlecht. (Archivbild) - Bild: Johannes Neudecker/dpa
  • Eine Abschreibung auf den Porsche-Firmenwert hat den VW-Gewinn maßgeblich gedrĂŒckt. (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa
  • Der ID. Polo ist bei Kunden beliebt - wirft aber weniger Geld ab. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Bei Volkswagen stehen große UmrbĂŒche an. - Bild: Julian Stratenschulte/dpa
Volkswagen steuert auf ein Verlustjahr zu.  - Bild: Julian Stratenschulte/dpa VW-Finanzchef Antlitz:  «Der Markterfolg unserer Elektrofahrzeuge setzt unser Ergebnis zusĂ€tzlich unter Druck». (Archivbild) - Bild: Julian Stratenschulte/dpa Trotz neuer Modelle laufen die GeschĂ€fte in China schlecht. (Archivbild) - Bild: Johannes Neudecker/dpa Eine Abschreibung auf den Porsche-Firmenwert hat den VW-Gewinn maßgeblich gedrĂŒckt. (Archivbild) - Bild: Marijan Murat/dpa Der ID. Polo ist bei Kunden beliebt - wirft aber weniger Geld ab.  - Bild: Kay Nietfeld/dpa Bei Volkswagen stehen große UmrbĂŒche an.  - Bild: Julian Stratenschulte/dpa

VW schreibt im dritten Quartal Milliardenverlust

Volkswagen hat im dritten Quartal einen Verlust von rund 5,82 Milliarden Euro verbucht. Nach neun Monaten steht beim Ergebnis nach Steuern ein Minus von 2,72 Milliarden Euro.

Elektroautos steigern Absatz, aber nicht den Ertrag

In Europa war bis Ende September jedes fĂŒnfte ausgelieferte Volkswagen-Fahrzeug ein reiner Stromer; rund 40 Prozent des Auftragsbestands entfielen auf E-Modelle. FĂŒr die Kleinwagen-Familie um den ID. Polo lagen zuletzt 150.000 Bestellungen vor.

Finanzchef Arno Antlitz sagte, die Nachfrage liege auf einem Niveau, das Volkswagen erst fĂŒr 2029 erwartet habe. Gleichzeitig bringe ein Elektroauto derzeit weniger Gewinn als ein vergleichbarer Verbrenner; beim ID. Cross liege die Marge bei 70 bis 80 Prozent des Vergleichsmodells.

China wird zur zentralen Belastung

In China sanken die VerkĂ€ufe in den ersten neun Monaten um gut 30 Prozent auf 1,38 Millionen Fahrzeuge. FĂŒr 2026 rechnet Volkswagen dort vor Abschreibungen nur noch mit einem Ergebnis um die Gewinnschwelle.

ZusÀtzlich korrigierte der Konzern den Wert vollstÀndig kontrollierter chinesischer Tochterfirmen um rund eine Milliarde Euro nach unten. In Spitzenjahren hatte Volkswagen in China mehr als vier Milliarden Euro verdient.

Porsche-Abschreibung drĂŒckt Ergebnis

Von den fĂŒr das Jahr erwarteten Sonderkosten von rund zehn Milliarden Euro waren bereits 8,7 Milliarden verbucht. Die grĂ¶ĂŸte Einzelbelastung ist eine Abschreibung auf den Firmenwert von Porsche in Höhe von rund 6,4 Milliarden Euro.

Die Wertberichtigung ist nicht zahlungswirksam, senkt aber den ausgewiesenen Gewinn. Niedrigere Erwartungen an Porsche, das schwache China-GeschÀft, US-Zölle und Korrekturen der Elektrostrategie belasten die Tochter.

Umbau belastet Volkswagen zusÀtzlich

Auch der geplante Verkauf des Werks OsnabrĂŒck an Aurelius und das Land Niedersachsen wirkt sich im dritten Quartal belastend aus. Der Standort soll auf RĂŒstung ausgerichtet werden; Volkswagen nannte dafĂŒr keine genaue Summe.

Ohne Sondereffekte hÀtte der Konzern im TagesgeschÀft 8,8 Milliarden Euro verdient. Der Umsatz der ersten neun Monate lag bei 233,4 Milliarden Euro und damit 2,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Weitere Kosten im vierten Quartal erwartet

Volkswagen rechnet mit zusĂ€tzlichen Belastungen, darunter mögliche Kosten fĂŒr Vorruhestandsregelungen. Auch die weiteren SparplĂ€ne und eine mögliche Einigung mit den BeschĂ€ftigten könnten Abfindungen verursachen.

Das Management erwartet im TagesgeschĂ€ft höchstens einen Mini-Gewinn. Ob Volkswagen das Gesamtjahr tatsĂ€chlich mit einem Verlust abschließt, hĂ€ngt damit auch von den weiteren Sonderkosten und der operativen Entwicklung ab.

Volkswagens Quartalsverlust bĂŒndelt mehrere Belastungen, die sich gegenseitig verstĂ€rken. Die Abschreibung auf den Porsche-Firmenwert ist zwar nicht zahlungswirksam, zeigt aber, dass der Konzern die kĂŒnftigen Ertragserwartungen fĂŒr die Tochter deutlich niedriger ansetzt. Gleichzeitig drĂŒcken operative Probleme auf das Ergebnis: In China verliert Volkswagen Marktanteile und Absatz, wĂ€hrend heimische Hersteller den Wettbewerb bei Elektroautos verschĂ€rfen.

Das E-Auto-GeschĂ€ft entwickelt sich damit widersprĂŒchlich. Die Nachfrage nach elektrischen Modellen in Europa ist hoch, doch die Fahrzeuge erzielen derzeit geringere Margen als vergleichbare Verbrenner. Ein wachsender Elektroanteil kann deshalb den Absatz stabilisieren und zugleich den Gewinn je Fahrzeug belasten. FĂŒr Volkswagen wird entscheidend, ob Skaleneffekte, niedrigere Batteriekosten und eine effizientere Produktion diesen Abstand verringern.

Folgen fĂŒr Konzern und BeschĂ€ftigte

Der Umbau trifft nicht nur die Bilanz, sondern auch die laufenden GesprĂ€che ĂŒber Kosten, Werke und Personal. ZusĂ€tzliche Vorruhestandsregelungen, mögliche Abfindungen und die Neuordnung einzelner Standorte könnten das Ergebnis weiter belasten, bevor Einsparungen wirken.

FĂŒr Kunden in Deutschland und Europa bedeutet die Entwicklung vor allem einen stĂ€rkeren Fokus auf kleinere Elektroautos und kostengĂŒnstigere Modelle. Die hohe Nachfrage nach dem ID. Polo und verwandten Fahrzeugen bietet Volkswagen eine Chance, beseitigt aber das Grundproblem noch nicht: Der Konzern muss gleichzeitig den elektrischen Hochlauf finanzieren, in China wieder wettbewerbsfĂ€higer werden und die Rendite der Kernmarken verbessern.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „Volkswagen meldet Verlust von 5,8 Milliarden Euro durch China-Konkurrenz“ (29.10.2026)

Euronews habe den Quartalsverlust vor allem mit dem harten Wettbewerb chinesischer Hersteller, dem teuren Umstieg auf Elektroautos und der schwÀcheren Nachfrage erklÀrt. Anders als die dpa-Meldung stelle der Beitrag zusÀtzlich den geplanten Stellenabbau bis 2030 und die Gesamtkosten der Neuordnung heraus.

tagesschau: „VW macht im dritten Quartal rund sechs Milliarden Euro Verlust“ (29.10.2026)

Die tagesschau habe neben China und Elektroautos auch den Umsatz- und AbsatzrĂŒckgang im Quartal betont. Der Beitrag habe den Blick stĂ€rker auf die Lage an den deutschen Standorten, die verschĂ€rften SparbemĂŒhungen und die bevorstehenden TarifgesprĂ€che gelenkt.

Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigten die GrĂ¶ĂŸenordnung des Verlusts und den Druck durch China sowie den Elektroauto-Umbau. Unterschiede lĂ€gen vor allem bei der Gewichtung von Stellenabbau, Standortfragen und den operativen Kennzahlen.

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