Politik/Regierungen, EU

Trump-Freund Musk profitiert von EU-Geldern in Millionenhöhe

13.05.2025 - 06:02:00

Von dem umstrittenen Tech-Unternehmer Elon Musk kontrollierte Unternehmen profitieren von EU-Geldern in dreistelliger Millionenhöhe.

Wie aus einem Schreiben der EU-Kommission an den deutschen Europaabgeordneten Daniel Freund (GrĂŒne) hervorgeht, erhĂ€lt ein Tochterunternehmen von Tesla US88160R1014 fĂŒr die Errichtung von Ladestationen fĂŒr E-Autos knapp 159 Millionen Euro aus dem Förderprogramm "Connecting Europe".

Weitere rund 197 Millionen Dollar (rund 177 Mio. Euro) konnte das US-Unternehmen SpaceX zuletzt fĂŒr den Start von Satelliten fĂŒr das europĂ€ische Satellitennavigationssystem Galileo mit TrĂ€gerraketen vom Typ Falcon 9 in Rechnung stellen. Hinzu kamen bis Oktober 2023 zudem noch rund 630.000 EUR fĂŒr bezahlte Werbung auf der Plattform X, wie aus dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Dokument hervorgeht. Dieses ist die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des GrĂŒnen-Abgeordneten Freund.

Der deutsche Politiker fordert angesichts der EnthĂŒllungen nun einen sofortigen Stopp von Zahlungen an die von dem MilliardĂ€r Musk gefĂŒhrten oder kontrollierten Unternehmen. "Dieser Mann ist ein erklĂ€rter Feind der EU und unserer Grundwerte. Es kann nicht sein, dass wir dem reichsten Mann der Welt dann noch Hunderte Millionen an Subventionen zahlen", kritisiert Freund. Es mĂŒsse der Grundsatz gelten: "Kein EU-Geld fĂŒr die Feinde der EU."

Musk unterstĂŒtzt deutsche AfD

Musk ist in der EU unter anderem wegen seiner Arbeit fĂŒr US-PrĂ€sident Donald Trump und seiner offenen UnterstĂŒtzung fĂŒr die AfD in Deutschland umstritten. Gegen sein Unternehmen X laufen zudem mehrere Verfahren wegen mutmaßlicher VerstĂ¶ĂŸe gegen EU-Vorgaben fĂŒr digitale Dienste. Mit ihnen wird geprĂŒft, ob die Plattform Vorschriften zur EindĂ€mmung von Hassrede und Desinformation einhĂ€lt.

Die EuropĂ€ische Kommission verweist in ihrem Schreiben an Freund darauf, dass seit Oktober 2023 keine bezahlten Dienstleistungen von X mehr in Anspruch genommen wĂŒrden. Zu den AuftrĂ€gen fĂŒr die zwei Raketenstarts mit jeweils zwei Galileo-Satelliten erklĂ€rt sie, dass es sich bei diesen um eine Ausnahme gehandelt habe, da es Verzögerungen bei der Inbetriebnahme der europĂ€ischen TrĂ€gerrakete Ariane 6 gegeben habe.

Zugleich bleibt unklar, ob die Auflistung wirklich vollstÀndig ist. So wird in dem Schreiben auch auf das öffentlich zugÀngliche Finanztransparenzsystem (FTS) verwiesen - zusammen mit dem Zusatz, dass die Informationen zum Haushaltsjahr 2024 erst im Juni 2025 veröffentlicht werden.

@ dpa.de | US88160R1014 POLITIK/REGIERUNGEN