Studie: Nur Estland und Litauen erreichen Zwei-Prozent-Ziel regulÀr
04.01.2024 - 09:43:45 | dts-nachrichtenagentur.deSie lagen damit ĂŒber den Maastrichter Grenzwerten der EU. Diese waren fĂŒr 2023 zwar ausgesetzt, gelten ab 2024 jedoch wieder. Die aktuellen Haushaltsprognosen lassen 2024 keine wesentliche Verbesserung der Staatsfinanzen gegenĂŒber 2023 erwarten, so die Studienautoren. Deutschland verfehlte der Untersuchung zufolge 2023 mit Verteidigungsausgaben von etwa 1,6 Prozent und einer Staatsverschuldung von 65 Prozent der Wirtschaftsleistung sowohl das Zwei-Prozent-Ziel als auch knapp den Maastricht-Grenzwert fĂŒr den Schuldenstand. "Wir haben das Niedrigzins-Umfeld verlassen. Dauerhaft höhere Verteidigungsausgaben können nur gemeinsam mit soliden Staatsfinanzen erreicht werden. Europa braucht eine fiskalische Zeitenwende", sagte Ifo-MilitĂ€rexperte Marcel Schlepper. Schon heute geben sieben der 25 europĂ€ischen Nato-Staaten inklusive Schweden mehr Geld fĂŒr Zinszahlungen als fĂŒr Verteidigung aus. An der Spitze steht Italien. Der italienische Staat bezahlt fast das Dreifache seiner Verteidigungsausgaben fĂŒr Zinsen. Auch Spanien, das Vereinigte Königreich und Ungarn geben fast das Doppelte ihres Verteidigungsbudgets fĂŒr Zinsen aus. Deutschland bewegt sich im Mittelfeld: FĂŒr Zinsen der Staatsschulden gibt Deutschland inzwischen halb so viel aus wie fĂŒr die Verteidigung. "Schulden erlauben zwar kurzfristig auf Krisen zu reagieren, sind aber keine langfristige Lösung", sagte Ifo-Forscher Niklas Potrafke. Einige europĂ€ischen Staaten tun sich im gegenwĂ€rtig angespannten Wirtschaftsumfeld schwer, die Verteidigungsausgaben gemÀà den Nato-Vereinbarungen zu erhöhen. Bisher wird das Zwei-Prozent-Ziel fast ausschlieĂlich an der östlichen Nato-Grenze verwirklicht. Dabei zeigen die Berechnungen des Ifo-Instituts, dass mit Ausnahme von Luxemburg auch alle weiteren europĂ€ischen Nato-Staaten das Zwei-Prozent-Ziel mit minimalen Anpassungen erreichen könnten: Die Regierungen mĂŒssten dazu etwa ein Prozent der Ausgaben in anderen Politikfeldern einsparen und diese Mittel fĂŒr die Verteidigung verwenden. Econpol-Direktor Florian Dorn gibt jedoch zu bedenken: "Europa befindet sich in einem Dilemma. Jeder verfĂŒgbare Euro wird sowohl fĂŒr Verteidigung als auch fĂŒr Investitionen sowie die Wirtschafts- und Klimatransformation benötigt."
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