Analyse: Brandmauer in Kommunen steht zu 81 Prozent
19.03.2025 - 18:26:07FĂ€lle, in denen sich Parteien die Mehrheit ĂŒber AfD-Stimmen sicherten, wurden nicht berĂŒcksichtigt. Insgesamt konnten so 11.053 Sitzungen analysiert werden. In einigen Kreisen sei die Datenlage allerdings "beschrĂ€nkt" gewesen, hieĂ es. Laut der Analyse hĂ€lt keine der gröĂeren Parteien die Brandmauer durchgehend aufrecht. Besonders hĂ€ufig arbeiteten fraktionslose Abgeordnete von Kleinstparteien wie den Freien WĂ€hlern mit der AfD zusammen: In 86,5 Prozent der FĂ€lle gaben sie AntrĂ€gen oder Kandidaten der AfD ihre Stimme. FDP-Abgeordnete sind mit 38,6 Prozent vertreten, CDU-Vertreter mit 38,4 Prozent. Die SPD folgt mit 32,1 Prozent, dann die GrĂŒnen mit 29,5 Prozent. Am wenigsten kooperieren Abgeordnete der Linkspartei (21,1 Prozent). Zwischen Ost- und Westdeutschland gibt es laut der Analyse keine wesentlichen Unterschiede, allerdings gibt es Differenzen zwischen Land und Stadt, zumindest in den ostdeutschen BundeslĂ€ndern. Dort gab es in Landkreisen tendenziell hĂ€ufiger Zustimmung zu AfD-AntrĂ€gen als in kreisfreien StĂ€dten: knapp 27 Prozent im Gegensatz zu 16 Prozent. Insgesamt sind die LĂ€nder, in denen es - im VerhĂ€ltnis zur Anzahl der eingereichten AntrĂ€ge - am meisten Kooperationen mit der AfD gab, Sachsen-Anhalt (27 Prozent), Rheinland-Pfalz (24,7 Prozent) und Hessen (24,3 Prozent). Es handelt sich laut den Forschern dabei nicht um Kreise, in denen die AfD stark vertreten oder besonders aktiv ist. GrundsĂ€tzlich sehen die Forscher eine Gefahr in der Kooperation mit der AfD, da diese "zur Normalisierung und Legitimierung der radikalen KrĂ€fte fĂŒhren" könne. So werde "eine Machtbeteiligung schnell zur Basis einer von ihr im Rahmen der Demokratie, ĂŒber Wahlen, realisierten MachtĂŒbernahme".


