Gesundheit

CSU-Gesundheitspolitiker rechnet mit Erhöhung der ZusatzbeitrÀge

08.12.2025 - 14:43:35

Vor dem Hintergrund der Warnungen der Techniker Krankenkasse vor steigenden ZusatzbeitrĂ€gen zu den gesetzlichen Krankenkassen Anfang des Jahres, rechnet auch der Sprecher der CSU-Landesgruppe fĂŒr Gesundheit, Stephan Pilsinger, mit einer Erhöhung.

"Ich gehe - auch mit Blick auf die Planungsfristen bei den Kassen - stark davon aus, dass sie die ZusatzbeitrĂ€ge zum neuen Jahr erhöhen werden", sagte Pilsinger den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. Derzeit verhandelt der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat ĂŒber ein Gesetzespaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU), mit dem die BeitrĂ€ge bei 2,9 Prozent gehalten werden sollen. Pilsinger wirft den Kassen vor, eine Erhöhung bereits vor Anrufung des Vermittlungsausschusses geplant zu haben. "Die VorstĂ€nde der grĂ¶ĂŸten Kassen sowie des GKV-Spitzenverbandes hatten ja schon sehr frĂŒh, also noch bevor die LĂ€nder den Vermittlungsausschuss angerufen haben, öffentlich erklĂ€rt, dass das `kleine Sparpaket` nicht reiche und man die ZusatzbeitrĂ€ge 2026 wohl trotzdem anheben mĂŒsse. Das kam mir schon so vor, als sei eine Anhebung von vorneherein geplant und kommunikativ angebahnt worden." Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, kritisiert, dass die Ministerin die Notwendigkeit, die RĂŒcklagen der Kassen aufzufĂŒllen, nicht eingeplant habe.

"Schon unter der Annahme, dass das Sparpaket kommt, war das ein StabilitĂ€tsversprechen auf sehr dĂŒnnem Eis. Denn viele Kassen haben ihre MindestrĂŒcklagen noch lange nicht aufgefĂŒllt, was nicht bei der SchĂ€tzung berĂŒcksichtigt wurde", sagte Reimann der Mediengruppe Bayern. Reimann zeigte sich ĂŒber den Konflikt zwischen Bund und LĂ€ndern entsetzt. "Was mich dabei so oder so erschreckt, ist, dass schon bei solch einem ĂŒberschaubaren Einsparvolumen die politische HandlungsunfĂ€higkeit droht. Das ist kein gutes Omen fĂŒr das kommende Jahr und die großen Herausforderungen, die vor uns liegen." Im kommenden Jahr liegen die Defizite bei rund zehn Milliarden Euro. Die Koalition mĂŒsse jetzt alles daransetzen, dass das kleine Sparpaket zum neuen Jahr noch kommen könne. Das aktuelle Paket hat ein Volumen von zwei Milliarden Euro. Der Sozialverband Deutschland bezeichnet das Sparpaket als "Pflaster". "Statt zu versuchen, mit einem Pflaster eine klaffende Wunde zu versorgen, brauchen wir endlich richtige Reformen - und zwar schnell. Denn die Finanzlage der GKV bleibt im höchsten Maße kritisch und es drohen Beitragssteigerungen, die die ohnehin schon stark belasteten Menschen weiter finanziell unter Druck setzen", sagte die Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier der Mediengruppe Bayern. "Statt aber immer nur KĂŒrzungs- und Einsparungsdebatten zu fĂŒhren, sollte insbesondere der Bund endlich die Unterfinanzierung von versicherungsfremden Leistungen aus Steuermitteln beenden und angemessen refinanzieren. Bislang mĂŒssen die Versicherten mit ihren BeitrĂ€gen ungerechtfertigterweise dafĂŒr aufkommen, obwohl es gesamtgesellschaftlich aus Steuermitteln zu finanzieren ist."

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