Fratzscher, Aufschwung

Fratzscher sieht ostdeutschen Aufschwung gefÀhrdet

27.11.2023 - 01:00:00

Vor der am Montag stattfindenden Sondersitzung der Energie- und Wirtschaftsminister aus Bund und LĂ€ndern in Berlin warnt der Ökonom Marcel Fratzscher vor einem ZurĂŒckziehen versprochener Fördermittel.

Ein erheblicher Teil des Geldes sei fĂŒr Projekte in Ostdeutschland vorgesehen, sagte Fratzscher den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagsausgaben). "Die Bundesregierung wĂŒrde mit einer RĂŒcknahme der Versprechen somit die wirtschaftliche Polarisierung in Deutschland weiter verschĂ€rfen", so der PrĂ€sident des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW).

Auch der Zweite Vorsitzende der Industriegewerkschaft IG Metall, JĂŒrgen Kerner, warnte davor, Förderzusagen wieder zurĂŒckzuziehen: "Bei den Unternehmen entsteht eine große Verunsicherung, mit der Folge, dass Zukunftsinvestitionen ausbleiben. Am Ende steht unser gesamtes Industriemodell infrage. ArbeitsplĂ€tze und Wohlstand sind in akuter Gefahr", sagte Kerner. Er forderte die Politik auf, langfristig ein Modell zu finden, das Investitionen und Transformationsfinanzierung von einer kĂŒnftigen Schuldenbremse ausnimmt. Nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts war die Finanzplanung der Bundesregierung in Schieflage geraten. Unter anderem der wichtige Klimaschutz- und Transformationsfonds (KTF) wurde von den Richtern fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rt. Daraus sollten auch Industrieansiedlungen wie das Werk des Chipherstellers Intel in Magdeburg in Sachsen-Anhalt finanziert werden. Der Wirtschaftsminister des Bundeslandes, Sven Schulze (CDU), sagte den Funke-Zeitungen, er erwarte nun schnellstmöglich Klarheit zur Finanzierung. "Ich gehe weiterhin davon aus, dass Bundeskanzler Olaf Scholz seine Zusagen zum Intel-Projekt vollstĂ€ndig einhĂ€lt."

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