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Organspende: SoVD begrüßt Reforminitiative vor Bundestagsdebatte

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Vor der erneuten Bundestagsdebatte wirbt der Sozialverband Deutschland für eine Reform der Organspende. SoVD-Chefin Michaela Engelmeier fordert mehr Aufklärung und eine respektvolle Auseinandersetzung, weil weiterhin Tausende auf ein Spenderorgan warten.

SoVD begrüßt Parlamentarier-Initiative zur Organspende-Reform
Bundestagssitzung am 23.09.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) begrüßt die Initiative von Parlamentariern für eine Reform der Organspende. Vor der für Donnerstag geplanten Bundestagsdebatte erklärte SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier, die zuletzt gestiegene Zahl der Organspenden reiche bei Weitem nicht aus.

SoVD fordert mehr Entscheidungen

Engelmeier verwies darauf, dass weiterhin Tausende Menschen auf ein lebensrettendes Organ warten. Jeder könne bereits am nächsten Tag selbst auf der Warteliste stehen, sagte sie.

Die Initiative der Parlamentarier bringe die Debatte wieder voran. Zugleich appellierte Engelmeier an die Bevölkerung, eine Entscheidung zur Organspende zu treffen – aus Mitgefühl, Überzeugung und Solidarität.

Aufklärung soll ausgebaut werden

Nach Ansicht der SoVD-Vorsitzenden braucht es eine umfassendere Aufklärung und eine respektvollere Auseinandersetzung mit dem Thema. Organspende müsse als solidarisches Handeln anerkannt werden.

Engelmeier teilte mit, selbst einen Organspendeausweis zu besitzen. Der Bundestag will am Donnerstag erneut über eine grundlegende Reform der Organspende beraten.

Die bevorstehende Bundestagsdebatte knüpft an einen seit Jahren ungelösten Zielkonflikt an: Deutschland hält bislang am Zustimmungsprinzip fest, während ein neuer Gruppenantrag eine Widerspruchslösung vorsieht. Danach würde grundsätzlich jeder Volljährige als potenzieller Organspender gelten, sofern er zu Lebzeiten keinen Widerspruch erklärt. Der Bundestag hatte einen ersten Vorstoß für eine solche Regelung 2020 abgelehnt.

Warten auf ein Spenderorgan

Die Größenordnung des Mangels bleibt erheblich. Mehr als 8.000 Menschen warten in Deutschland auf ein Spenderorgan, während im vergangenen Jahr knapp 1.000 Menschen Organe spendeten. Nach Angaben des Deutschlandfunks sterben durchschnittlich drei Menschen pro Tag auf der Warteliste. Zugleich können sich 85 Prozent der Menschen eine Organspende grundsätzlich vorstellen, dokumentieren ihren Willen aber häufig nicht.

Streit über Selbstbestimmung

Befürworter der Widerspruchslösung verbinden die Reform mit der Erwartung, dass sich mehr Menschen mit der Entscheidung befassen und Angehörige im Ernstfall entlastet werden. Gegner verweisen auf das Recht, keine Entscheidung treffen zu müssen, sowie auf mögliche Hürden für Menschen mit eingeschränkten Lese-, Schreib- oder Entscheidungsfähigkeiten. Unabhängig vom Ausgang der Debatte bleiben Aufklärung, eine leicht zugängliche Registrierung und verlässliche Abläufe in den Kliniken zentrale Voraussetzungen dafür, dass mehr dokumentierte Entscheidungen tatsächlich zu mehr Organspenden führen.

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