Schwesig fordert vom Bund finanziellen Ausgleich fĂŒr SteuerausfĂ€lle
16.06.2025 - 00:00:00Das Wichtigste sei, dass die Wirtschaft angekurbelt werde. Mecklenburg-Vorpommern habe im letzten Jahr das zweithöchste Wachstum in Deutschland erzielt, dennoch spĂŒre man sehr deutlich, dass sich Deutschland im dritten Rezessionsjahr befinde. "AuĂerdem habe ich die Erwartung, dass auch die anderen MaĂnahmen aus dem Sofortpaket zĂŒgig auf den Weg gebracht werden. Das gilt vor allem fĂŒr die Gesetze zur Umsetzung des Sondervermögens Infrastruktur", sagte Schwesig, und weiter: "AuĂerdem brauchen wir dringend die Absenkung der Stromsteuer, den reduzierten Mehrwertsteuersatz fĂŒr die Gastronomie und die Erhöhung der Pendlerpauschale." Die saarlĂ€ndische MinisterprĂ€sidentin Anke Rehlinger (SPD) fordert derweil vor der MPK die EinfĂŒhrung einer verpflichtenden Elementarschadenversicherung. "Wir brauchen eine bezahlbare Pflichtversicherung, damit nach Hochwassern nicht immer wieder der Steuerzahler fĂŒr SchĂ€den einspringen muss", sagte Rehlinger der "Rheinischen Post". "Jeder sollte sich zu einem fairen Preis absichern können, dazu braucht es ein Modell wie etwa in Frankreich. Bund und LĂ€nder werden miteinander zu besprechen haben, wie genau das angestrebte Modell in Deutschland aussieht und wie schnell es eingefĂŒhrt werden kann", so die SPD-Politikerin. Zudem forderte sie eine rasche Ausgestaltung des Sondervermögens fĂŒr Infrastruktur und Klimaschutz. "Endlich kann in Deutschland massiv investiert werden. Die Erwartung belebt bereits jetzt die Wachstumsprognosen. Um dem auch gerecht zu werden, muss schnell definiert werden, welche staatliche Ebene in welche Bereiche investiert und was die Kriterien sind", so Rehlinger. Mit Blick auf ihren Parteikollegen, Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), fĂŒgte sie an: "Lars Klingbeil macht da ordentlich Tempo, das ist gut so." Hessens Regierungschef Boris Rhein (CDU) drĂ€ngt ebenfalls auf mehr finanzielle UnterstĂŒtzung des Bundes fĂŒr LĂ€nder und Kommunen. "Um die Handlungs- und LeistungsfĂ€higkeit unseres Föderalismus gemeinsam zu erhalten, mĂŒssen Bundesgesetze, die finanzielle Folgen fĂŒr die LĂ€nder und Kommunen haben, kĂŒnftig automatisch durch zusĂ€tzliche Mittel vom Bund zumindest anteilig kompensiert werden", sagte Rhein der "Rheinischen Post". Der Grundsatz "Wer bestellt, zahlt" mĂŒsse stĂ€rker gelten als bislang. LĂ€nder und Kommunen wĂŒrden ausreichende finanzielle SpielrĂ€ume benötigen, um ihre Aufgaben im föderalen System erfĂŒllen zu können. "Dazu brauchen wir am nĂ€chsten Mittwoch erste konkrete VorschlĂ€ge, damit wir gemeinsam rasch zu einer guten Lösung kommen. Klar ist: Wir brauchen zum einen schnell mehr Wachstum in Deutschland, zum anderen eine auskömmliche Finanzierung von LĂ€ndern und Kommunen", so der CDU-Politiker. Zudem forderte Rhein, dass die LĂ€nder bei der geplanten Erhöhung der Verteidigungsausgaben des Bundes beteiligt werden. "FĂŒr ein verteidigungsfĂ€higes und resilientes Deutschland muss der Bund auĂerdem sicherstellen, dass die LĂ€nder von den zusĂ€tzlichen Verteidigungsausgaben und den Mitteln fĂŒr den Operationsplan Deutschland profitierten. Auch muss zusĂ€tzliches Geld aus dem Klima- und Transformationsfonds in Bundesprogrammen an LĂ€nder und Kommunen flieĂen", so Rhein. Diese neue Wahlperiode sei die Chance "auf einen echten Politikwechsel auch im Miteinander von Bund und LĂ€ndern". Rhein weiter: "Wenn wir jetzt einen fairen Regelmechanismus fĂŒr die Kompensation von Mindereinnahmen durch Bundesgesetze entwickeln, ersparen wir uns langwierige Verhandlungen vor jedem Bundesrat und sorgen fĂŒr schnelle Entlastungen unserer BĂŒrger und Betriebe." Am kommenden Mittwoch kommen die Regierungschefs der LĂ€nder mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zusammen, nachdem das ursprĂŒnglich bereits fĂŒr den 5. Juni geplante Treffen verschoben werden musste.


