Nach rechtsextremen VorfÀllen in Burg: Weitere Lehrerin geht
24.04.2024 - 15:39:41Ein Jahr nach Bekanntwerden rechtsextremer VorfĂ€lle an einer Schule in Burg in Brandenburg verlĂ€sst eine weitere Lehrkraft die Schule. Die Politiklehrerin Jette Schega, die an der Grund- und Oberschule in dem Touristenort im Spreewald unterrichtet, wird sich im Sommer verabschieden, wie sie der Deutschen Presse-Agentur sagte. Sie brauche mehr positive Energie. Diese wolle sie dorthin geben, wo «VerĂ€nderung im Ganzen» erwĂŒnscht sei und das Schulkonzept passe. Zuvor hatte die «Zeit» ĂŒber den Abschied der Lehrerin berichtet.
Den Weggang ihrer Kollegen Laura Nickel und Max Teske vor einem Jahr hatte Schega im vergangenen Jahr als «beschĂ€mende Reaktion» bezeichnet, der sich Schulamt, Schulleitung, aber auch das Lehrerkollegium stellen mĂŒssten. Die LehrkrĂ€fte hatten in einem Brandbrief tĂ€gliche rechtsextremistische VorfĂ€lle an ihrer Schule öffentlich gemacht. Danach waren sie zunehmend rechten Anfeindungen ausgesetzt. Im Sommer verlieĂen sie die Schule.
Neues Schulgesetz
Als Konsequenz aus den VorfĂ€llen beschloss der Landtag Anfang Januar mit einem neuen Schulgesetz, dass Brandenburger Schulen schneller als bisher auf Rechtsextremismus reagieren mĂŒssen. Zudem erhalten Schulen eigene Finanzmittel, etwa fĂŒr die Ausweitung von Ganztagsangeboten oder Demokratiebildung.
«Alle reden ĂŒber Demokratiebildung, so einfach ist das nicht», sagte Schega. Ideen und Projekte an der Schule seien ihre eigenen gewesen. Menschen, die sehr viel Kraft in ein neues «Schulklima» investierten, brĂ€uchten mehr UnterstĂŒtzung. «Die sehe ich in diesem System der Schule nicht», so die Politiklehrerin. Zudem fehle eine Verbindung zu den ElternhĂ€usern. Sie könne Wissen und Haltung vermitteln, Fragen stellen. «Politikbildung wird aber zu Hause betrieben, ohne ElternhĂ€user wird das nur StĂŒckwerk.»
Ermittlungen weitgehend eingestellt
Die Polizei hatte nach den VorfĂ€llen Ermittlungen aufgenommen, die meisten sind jedoch inzwischen eingestellt worden, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Cottbus mitteilte - unter anderem, weil die Beschuldigten noch nicht strafmĂŒndig waren. Ein Verfahren mit insgesamt zwölf Beschuldigten sei eingestellt worden, weil bei den meisten «ein jugendtypisches, unreflektiertes und gruppendynamisches Verhalten zugrunde gelegen» habe und die Jugendlichen vorher noch nicht strafauffĂ€llig geworden seien. Bei den meisten VorwĂŒrfen handelte es sich um das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.


