Erde, SchÀubles

Erde an SchĂ€ubles Grab ausgehoben – Staatsschutz ermittelt

13.05.2024 - 12:18:09

Vor gut vier Monaten nahmen Angehörige und Spitzenpolitiker Abschied von Wolfgang SchÀuble. Nun gibt es einen Vorfall an seinem Grab in Offenburg.

  • Ein etwa 1,20 Meter tiefes Loch ist an SchĂ€ubles Grab ausgehoben worden. - Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Pool/dpa

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  • An der GrabstĂ€tte des frĂŒheren BundestagsprĂ€sidenten Wolfgang SchĂ€uble, ist das Kreuz mit seinem Namen nicht mehr zu sehen. - Foto: Marius Bulling/dpa

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Ein etwa 1,20 Meter tiefes Loch ist an SchĂ€ubles Grab ausgehoben worden. - Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Pool/dpaAn der GrabstĂ€tte des frĂŒheren BundestagsprĂ€sidenten Wolfgang SchĂ€uble, ist das Kreuz mit seinem Namen nicht mehr zu sehen. - Foto: Marius Bulling/dpa

Die SchĂ€ndung des Grabs von Wolfgang SchĂ€uble in Offenburg hat Trauer und BestĂŒrzung ausgelöst. BundestagsprĂ€sidentin BĂ€rbel Bas (SPD) erklĂ€rte, sie sei zutiefst erschĂŒttert und traurig. «Es ist unertrĂ€glich, dass es offenbar Menschen gibt, die Wolfgang SchĂ€ubles Grab schĂ€nden und seine Totenruhe stören», teilte die SPD-Politikerin in Berlin mit. Sie sei sehr besorgt darĂŒber, dass einzelne Teile der Gesellschaft solche Zeichen von Verrohung zeigten.  

Ein unbekannter TatverdÀchtiger grub in der Nacht zum Montag auf dem Waldbachfriedhof der badischen Stadt ein etwa 1,20 Meter tiefes trichterförmiges Loch in das Grab. Der Unbekannte drang aber nicht zum Sarg des verstorbenen Politikers vor, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.  

Faeser fordert harte Verfolgung

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte der Tageszeitung «Bild», SchĂ€uble sei einer der bedeutendsten Demokraten der Republik gewesen. «Das Grab von Wolfgang SchĂ€uble zu schĂ€nden, ist eine widerwĂ€rtige Straftat.» Diese mĂŒsse hart verfolgt werden, forderte sie.  

Der Offenburger OberbĂŒrgermeister Marco Steffens (CDU) sagte, am Grab SchĂ€ubles sei in niedertrĂ€chtiger Weise die Totenruhe gestört worden. «Das ist schrecklich und macht uns traurig», sagte der Rathauschef laut einer ErklĂ€rung. «Wir hoffen auf rasche AufklĂ€rung durch die Polizei und eine harte Bestrafung der TĂ€ter.» BundestagsprĂ€sidentin Bas vertraut nach eigenem Bekunden darauf, dass die Polizei die Tat schnell aufklĂ€rt. 

Holzkreuz mit SchÀubles Namen entfernt

Das Grab des am zweiten Weihnachtstag im Alter von 81 Jahren verstorbenen Politikers war nach der BeschĂ€digung zunĂ€chst nicht mehr als solches erkennbar. Es verblieb eine rechteckige ErdflĂ€che. Das Holzkreuz mit dem Namen SchĂ€ubles war nicht mehr zu sehen, wie ein dpa-Mitarbeiter berichtete. Friedhofsmitarbeiter schĂŒtteten demnach Erde auf die Grabstelle.  

Vor der BeschĂ€digung hatte es keinen Grabstein gegeben, wie ein Polizeisprecher berichtete. Nicht nĂ€her bezeichnete «Utensilien» auf dem Grab seien als Beweismittel beschlagnahmt worden. Dazu dĂŒrfte auch das Kreuz gehört haben. 

StĂ€dtische Mitarbeiter bemerkten nach Ermittlerangaben am Morgen den Erdaushub. Eine Polizeistreife und die Kriminalpolizei fuhren daraufhin zum Friedhof. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft. Zu den HintergrĂŒnden des Vorfalls gebe es zunĂ€chst keine Erkenntnisse, hieß es in der Mitteilung. 

Zeugen des Vorfalls wurden gebeten, sich zu melden. Das Stören der Totenruhe kann laut Strafgesetzbuch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet werden. 

Spitzenpolitiker und Angehörige hatten am 5. Januar bei einer bewegenden Trauerfeier in Offenburg von dem CDU-Politiker Abschied genommen. Er war nach langer schwerer Krankheit gestorben. 

Der Badener und Offenburger EhrenbĂŒrger hatte in seiner Karriere wichtige politische Ämter inne: Er war Minister, CDU-Chef, Fraktionsvorsitzender und PrĂ€sident des Deutschen Bundestages. SchĂ€uble galt zudem als Ausnahme-Abgeordneter. 1972 errang er erstmals ein Mandat fĂŒr den Bundestag, dem er ĂŒber ein halbes Jahrhundert bis zu seinem Tod angehörte. Auch die Öffentlichkeit durfte Anfang Januar auf ausdrĂŒcklichen Wunsch SchĂ€ubles an der Beerdigung teilnehmen. 

@ dpa.de