Nach gut drei Jahren hat jeder zweite Ukraine-FlĂŒchtling Job
Veröffentlicht am: 17.02.2026 um 10:15 Uhr | dpa.deVon den in den ersten sechs Kriegsmonaten nach Deutschland geflĂŒchteten Ukrainern im erwerbsfĂ€higen Alter hat dreieinhalb Jahre spĂ€ter die HĂ€lfte eine BeschĂ€ftigung gefunden. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Forschungsinstituts der Bundesagentur fĂŒr Arbeit und des Bundesamts fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge (Bamf) hervor.Â
Damit ist die BeschĂ€ftigungsquote der Ukrainerinnen und Ukrainer zwar immer noch deutlich niedriger als die der Gesamtbevölkerung im erwerbsfĂ€higen Alter - die lag im Juni vergangenen Jahres bei rund 68 Prozent.Â
Suche nach einem Kita-Platz
Zu berĂŒcksichtigen ist allerdings, dass aufgrund der AusreisebeschrĂ€nkungen fĂŒr wehrpflichtige MĂ€nner unter den GeflĂŒchteten viele Frauen sind, die sich alleine um ihre minderjĂ€hrigen Kinder kĂŒmmern mĂŒssen. So waren den Angaben zufolge im September 2025 lediglich 21 Prozent der Ukrainerinnen mit Kleinkindern unter drei Jahren und ohne Partner abhĂ€ngig beschĂ€ftigt.
Keine aktuellen Zahlen erhĂ€lt die Analyse zur Zahl der SelbststĂ€ndigen unter den GeflĂŒchteten aus der Ukraine. Sie lag den Angaben zufolge im Jahr 2023 bei etwa 5,3 Prozent.
Viele sind «Aufstocker»Â
Da vor allem geflĂŒchtete Ukrainerinnen hĂ€ufig in Teilzeit beschĂ€ftigt sind, ist der Anteil der Ukraine-FlĂŒchtlinge, die staatliche Leistungen beziehen, weiterhin hoch. Wie aus den Daten des Instituts fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervorgeht, lebten 41 Prozent der ukrainischen GeflĂŒchteten mit Job zwei Jahre und neun Monate nach ihrer Ankunft in Deutschland in einem Haushalt, der zusĂ€tzlich Leistungen erhielt. Besonders hoch sei der ergĂ€nzende Leistungsbezug in Familien mit Kindern, heiĂt es in der Analyse, fĂŒr die Daten einer Befragung mit Sozialversicherungsdaten der Bundesagentur fĂŒr Arbeit verknĂŒpft wurden.
Schneller im Job als andere FlĂŒchtlinge
Den Angaben zufolge ist das Tempo, mit dem KriegsflĂŒchtlinge aus der Ukraine in Arbeit gekommen sind, höher als bei frĂŒheren Fluchtbewegungen, wo eine BeschĂ€ftigungsquote von 50 Prozent erst rund zweieinhalb Jahre spĂ€ter erreicht worden sei. Das mag mit dem relativ hohen Bildungsniveau der Ukraine-FlĂŒchtlinge zusammenhĂ€ngen sowie damit, dass sie kein Asylverfahren durchlaufen mĂŒssen und sofort arbeiten dĂŒrfen.
