Bundesliga, Berlin

Pioniere im Fußball: Diese Frauen trotzen der MĂ€nner-DomĂ€ne

13.04.2026 - 12:15:27 | dpa.de

Vorreiterinnen wie Marie-Louise Eta, Claudia Neumann oder Megan Rapinoe lassen sich im mĂ€nnerdominierten Fußball nicht stoppen - auch nicht von Hass und HĂ€me. Welche HĂŒrden sie ĂŒberwinden mĂŒssen.

  • Die erste Cheftrainerin in der Fußball-Bundesliga der MĂ€nner: Marie-Louise Eta. (Archivbild) - Foto: Jan Woitas/dpa
  • Vorreiterin bei den Schiedsrichterinnen: Bibiana Steinhaus-Webb. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
  • Moderatorin Claudia Neumann muss regelmĂ€ĂŸig sexistische Kommentare aushalten. (Archivbild) - Foto: Christian Charisius/dpa
  • Seit diesem Jahr ist Tatjana Haenni CEO von RB Leipzig. (Archivbild) - Foto: Florian Wiegand/dpa
  • Katja Kraus war von 2003 bis 2011 im Vorstand des Hamburger SV. (Archivbild) - Foto: David Inderlied/dpa
  • Beendete 2023 ihre aktive Karriere: die US-Amerikanerin Megan Rapinoe. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpa
  • Sabrina Wittmann verlĂ€ngerte kĂŒrzlich ihren Vertrag bei Fußball-Drittligist Ingolstadt. (Archivbild) - Foto: Robert Michael/dpa
  • Nur knapp ein Jahr an der DFL-Spitze: Donata Hopfen. (Archivbild) - Foto: Federico Gambarini/dpa
  • Wurde 2024 erstmals Mutter: Imke WĂŒbbenhorst. (Archivbild) - Foto: Martin Moravec/dpa
  • Stieg einst mit dem SV Straelen aus der MĂ€nner-Regionalliga ab und dann wieder auf: Inka Grings. (Archivbild) - Foto: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa
  • PrĂ€sidentin von Eintracht Braunschweig: Nicole Kumpis. (Archivbild) - Foto: Swen Pförtner/dpa
Die erste Cheftrainerin in der Fußball-Bundesliga der MĂ€nner: Marie-Louise Eta. (Archivbild) - Foto: Jan Woitas/dpa Vorreiterin bei den Schiedsrichterinnen: Bibiana Steinhaus-Webb. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa Moderatorin Claudia Neumann muss regelmĂ€ĂŸig sexistische Kommentare aushalten. (Archivbild) - Foto: Christian Charisius/dpa Seit diesem Jahr ist Tatjana Haenni CEO von RB Leipzig. (Archivbild) - Foto: Florian Wiegand/dpa Katja Kraus war von 2003 bis 2011 im Vorstand des Hamburger SV. (Archivbild) - Foto: David Inderlied/dpa Beendete 2023 ihre aktive Karriere: die US-Amerikanerin Megan Rapinoe. (Archivbild) - Foto: Evan Vucci/AP/dpa Sabrina Wittmann verlĂ€ngerte kĂŒrzlich ihren Vertrag bei Fußball-Drittligist Ingolstadt. (Archivbild) - Foto: Robert Michael/dpa Nur knapp ein Jahr an der DFL-Spitze: Donata Hopfen. (Archivbild) - Foto: Federico Gambarini/dpa Wurde 2024 erstmals Mutter: Imke WĂŒbbenhorst. (Archivbild) - Foto: Martin Moravec/dpa Stieg einst mit dem SV Straelen aus der MĂ€nner-Regionalliga ab und dann wieder auf: Inka Grings. (Archivbild) - Foto: Michael Buholzer/KEYSTONE/dpa PrĂ€sidentin von Eintracht Braunschweig: Nicole Kumpis. (Archivbild) - Foto: Swen Pförtner/dpa

Am Samstag wird Marie-Louise Eta (34) Bundesliga-Geschichte schreiben: Sie ist die erste Cheftrainerin eines MĂ€nnerteams. Ihre Beförderung beim 1. FC Union Berlin markiert einen Meilenstein im mĂ€nnlich dominierten Profifußball. Die frĂŒhere Nationalspielerin reiht sich ein in eine wachsende Zahl von Frauen, die Pionierarbeit leisten - ob als Trainerin, Moderatorin oder Aktivistin. Ein Überblick ĂŒber zentrale Vorreiterinnen.

Bibiana Steinhaus-Webb

Bibiana Steinhaus-Webb war 2017 die erste Frau, die ein Spiel in der MĂ€nner-Bundesliga leitete. «Ich wollte immer nur nach Leistung bewertet werden», betonte die 47-JĂ€hrige, die ihre Karriere als Unparteiische 2021 beendete. Insgesamt pfiff Steinhaus-Webb in ihrer Laufbahn 23 Partien im Oberhaus, 92 in der 2. Bundesliga. Viermal wurde sie als Weltschiedsrichterin ausgezeichnet. Außerdem war sie die erste Frau, die sowohl das Finale einer Frauen-WM als auch das Finale eines olympischen Fußballturniers der Frauen leitete.

Megan Rapinoe

Die US-Amerikanerin war nicht nur Nationalspielerin, sondern auch Aktivistin und starke Stimme neben dem Platz. Die frĂŒhere Ballon-d'Or-Gewinnerin kĂ€mpfte wĂ€hrend ihrer Karriere immer wieder gegen Sexismus, Homophobie und Rassismus und scheute dabei auch keine Konfrontation mit US-PrĂ€sident Donald Trump. «Als ich Ă€lter geworden bin, habe ich erkannt, wie mĂ€chtig eine Stimme sein kann», sagte die frĂŒhere KapitĂ€nin des US-Teams einmal. 2012 hatte sich Rapinoe offen zu ihrer HomosexualitĂ€t bekannt. 

Tatjana Haenni 

Seit Januar ist Tatjana Haenni die Vorsitzende der GeschĂ€ftsfĂŒhrung bei RB Leipzig und damit aktuell die einzige Frau an der Spitze eines Bundesligisten. Haenni war Schweizer Nationalspielerin und arbeitete auch als Trainerin. Sie gilt seit Jahren als eine der großen treibenden KrĂ€fte im Frauenfußball. Bei der UEFA und bei der FIFA hatte sie verantwortliche Posten, ebenso in der US-Frauenliga NWSL als Sportdirektorin. Haenni organisierte auch die Frauen-WM 2011 in Deutschland mit. Außerdem war die 59-JĂ€hrige die erste Frau in der GeschĂ€ftsfĂŒhrung des Schweizer Fußball-Verbandes. 

Katja Kraus

Zu den einflussreichsten Frauen im deutschen Fußball gehört auch Katja Kraus. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Werbeagentur Jung von Matt/sports war nach ihrer aktiven Karriere als Bundesligaspielerin Pressesprecherin bei Eintracht Frankfurt, Vorstandsmitglied beim Hamburger SV und Mitglied des Aufsichtsrats von adidas. «Eine Reihe von MĂ€nnern hat sich damit schwergetan. In der Anfangszeit wurde beharrlich nach meinen Fehlern gesucht», berichtete Kraus jĂŒngst in einem Interview auf der Plattform «B42». Die Union-Entscheidung pro Eta begrĂŒĂŸt sie: «Sie wird definitiv ein Vorbild sein. Wir brauchen diese Vorbildfunktion», sagte sie der dpa.

Claudia Neumann

Nur wenige bekommen im Netz so viel Hasskommentare ab wie Claudia Neumann. Die ZDF-Sportreporterin schrieb 2016 Fernsehgeschichte als erste Frau, die bei einem EM-Spiel der MĂ€nner am Mikrofon saß. In den Folgejahren kommentierte sie WM-Spiele oder 2023 das MĂ€nner-Finale der Champions League. Immer wieder wurde sie zum Opfer sexistischer Beleidigungen und im Netz mit HĂ€me und Kritik ĂŒberschĂŒttet. Das ZDF stellte sogar phasenweise die Kommentar-Funktion in den sozialen Medien ab.

Sabrina Wittmann

Mit ihrer Beförderung zur Interims- und spĂ€ter Cheftrainerin hatte Sabrina Wittmann 2024 deutsche Fußball-Geschichte geschrieben. Dies sei schon ein «Rucksack» gewesen, sagte die erste Trainerin im deutschen MĂ€nner-Profifußball jĂŒngst in einem Podcast. «Der war schon ein bisschen schwerer, als ich gedacht hĂ€tte, um ehrlich zu sein.» Doch Wittmann setzte sich durch. Im Januar 2026 erhielt sie nach einem Lehrgang vom Deutschen Fußball-Bund die DFB Pro-Lizenz. Im MĂ€rz verlĂ€ngerte Ingolstadt den Vertrag mit Wittmann. 

Donata Hopfen

«Gebt der Frau eine Chance», hatte Christian Seifert Ende 2021 appelliert, bevor Donata Hopfen seine Nachfolge antrat und GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Deutschen Fußball Liga wurde. Doch ihre Zeit an der DFL-Spitze war schneller vorbei als gedacht: Nach knapp einem Jahr wurde die bis dahin mĂ€chtigste Frau im deutschen Fußball wieder abgesetzt. FĂŒr Kritik sorgte wĂ€hrend ihrer Amtszeit unter anderem ein Interview, in dem Hopfen Playoffs in der Bundesliga und einen deutschen Supercup in Saudi-Arabien zunĂ€chst nicht ausgeschlossen hatte. 

Inka Grings

Grings ĂŒbernahm im April 2019 den damaligen West-Regionalligisten SV Straelen im Abstiegskampf - und wurde so zur ersten Frau, die ein Team aus einer der ersten vier MĂ€nner-Ligen Deutschlands trainierte. Sie stieg mit dem Club ab und prompt wieder auf. Danach verließ die inzwischen 47-JĂ€hrige den Verein, sie wollte eine neue Herausforderung. Gegen Vorurteile habe sie sich kaum wehren mĂŒssen, sagte Grings der dpa. «Die Spieler bestĂ€tigen, worauf es ankommt: nĂ€mlich ob du QualitĂ€ten, Kompetenzen hast, ob du authentisch bist, fĂŒhren kannst. Und warum soll ich das als Frau nicht können?» Auch Imke WĂŒbbenhorst coachte 2020 in Lotte einen MĂ€nner-Viertligisten. 

Nicole Kumpis

Nicole Kumpis wurde 2022 zur PrĂ€sidentin des damaligen Drittligisten Eintracht Braunschweig gewĂ€hlt. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten stand wieder eine Frau an der Spitze eines deutschen Profifußball-Clubs. «Mein Handy stand nicht still. Es hat grĂ¶ĂŸere Wellen geschlagen, als ich es erwartet hĂ€tte», berichtete Kumpis damals. In ihrem Wahlkampf ging es Kumpis erklĂ€rtermaßen nie um die Geschlechterfrage. «Ich habe dazu im Vorfeld gesagt, dass mir das nicht wichtig ist. Es setzt aber ein Zeichen und das muss es auch.» 1986 war die FDP-Politikerin Gisela Schwerdt fĂŒr acht Monate PrĂ€sidentin des damaligen Zweitligisten Arminia Bielefeld. Der TSV 1860 MĂŒnchen stieg 1991 unter Vereinschefin Liselotte Knecht von der Bayernliga in die 2. Liga auf.

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