Hohe Corona-Folgekosten durch Erkrankungen bei Kindern
06.07.2023 - 12:38:35Nach EinschÀtzung von Wissenschaftlern könnten wÀhrend der Corona-Pandemie bei Kindern und Jugendlichen entstandene oder verstÀrkte Angststörungen, Essstörungen und Depressionen hohe wirtschaftliche und soziale Folgekosten nach sich ziehen.
Die wirtschaftlichen Kosten durch spÀtere mögliche ArbeitsunfÀhigkeit werden demnach auf zwei bis vier Milliarden Euro pro Jahr und die Kosten durch mögliche Arbeitslosigkeit in Folge dieser Erkrankungen auf 550 Millionen bis 1,2 Milliarden Euro jÀhrlich geschÀtzt. Hinzu kommen geschÀtzte Gesundheitskosten von bis zu 328 Millionen Euro pro Jahr.
Die Zahlen zweier Forschungsteams des UniversitĂ€tsklinikums Ulm und der UniversitĂ€t Hamburg wurden in Berlin im Rahmen einer Pressekonferenz von Bundesfamilienministerin Lisa Paus (GrĂŒne) vorgestellt.
«Folgekosten auf verschiedenen Ebenen werden markant sein»
In der Untersuchung heiĂt es einschrĂ€nkend, es handele sich um eine SchĂ€tzung und «grobe AnnĂ€herung» an Kosten. So werde sich erst in den nĂ€chsten Jahren zeigen, ob durch die Pandemie Kinder und Jugendliche mit Angststörungen und Depressionen auch im Erwachsenenalter deutlich hĂ€ufiger als bisherige Generationen unter diesen psychischen Krankheitsbildern litten. «Trotz der in der Natur einer Prognose liegenden UnwĂ€gbarkeiten wird deutlich, dass die Folgekosten auf den verschiedenen Ebenen markant sein werden», heiĂt es aber auch.
Die Pandemie wirke bei Kindern und Jugendlichen noch lange nach, sagte Paus. «SchulschlieĂungen und KontaktbeschrĂ€nkungen haben tiefe Spuren hinterlassen. Mehr junge Menschen als vor der Pandemie leiden an Depressionen, Angststörungen und Essstörungen. Bei etlichen ist die Mediennutzung regelrecht aus dem Ruder gelaufen.»
Modellprogramm an Schulen: «Mental Health Coaches»
Die GrĂŒnen-Politikerin verwies auf verschiedene HilfsmaĂnahmen ihres Ministeriums. So sollen nach den Sommerferien in einem Modellprogramm an mehr als 100 Schulen «Mental Health Coaches» eingesetzt werden. Die SozialpĂ€dagogen sollen sich in Gruppenangeboten unter anderem prĂ€ventiv um die StĂ€rkung von Resilienz (psychische Widerstandskraft) kĂŒmmern.
Paus startete auĂerdem gemeinsam mit der KJSH-Stiftung und deren Plattform «JugendNotmail» ein neues Hilfsangebots fĂŒr Kinder und Jugendliche: Die App «Junoma» soll rund um die Uhr als «kostenloses, niedrigschwelliges und datensicheres Online-Beratungsangebot» zur VerfĂŒgung stehen. Kinder und Jugendliche können dort zum Beispiel per Chat mit Beratern in Kontakt treten.


