Wagenknecht ruft CDU-WĂ€hler in MV zum BSW-Stimmen auf
Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 16:23 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBSW-GrĂŒnderin Sahra Wagenknecht ruft CDU-WĂ€hler und Kanzler-Kritiker in Mecklenburg-Vorpommern dazu auf, aus taktischen GrĂŒnden das BSW zu wĂ€hlen. Sie verband den Wahlaufruf direkt mit der Perspektive auf Friedrich Merz und einer möglichen Regierungsbildung im Land.
âMecklenburg-Vorpommern kann Merz stĂŒrzenâ, sagte Wagenknecht dem Nachrichtenportal T-Online. âWenn wir einziehen und die CDU aus dem Landtag fliegt, ist Merz Geschichte.â
Wagenknecht setzt auf taktische Stimmen
Wagenknecht verwies auf Sachsen-Anhalt und argumentierte, dort hÀtten viele CDU-WÀhler BSW gewÀhlt. Wiederhole sich dieser Effekt, könne das aus ihrer Sicht nicht nur der CDU im Land schaden, sondern auch Merz politisch schwÀchen.
Nach ihren Worten sollte wĂ€hlen, wer Merz ablösen wolle. Zugleich stellte sie einen weiteren strategischen Nutzen des BSW heraus: Die Partei solle verhindern, dass die aktuell in Mecklenburg-Vorpommern regierende Koalition aus SPD und Linke eine Fortsetzung als Rot-Rot-GrĂŒn erhĂ€lt.
Koalitionsfrage und Machtoptionen
Wagenknecht sagte, nur bei einem Einzug des BSW gebe es die Chance, eine solche âLaufzeitverlĂ€ngerungâ zu verhindern. Stattdessen brauche es einen ĂŒberparteilichen MinisterprĂ€sidenten, der mit wechselnden Mehrheiten regiere, auch unter Einbeziehung der AfD.
Das BSW lag in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Wochen bei vier bis fĂŒnf Prozent und musste damit um den Einzug in den Landtag bangen. Die CDU kam im selben Zeitraum auf sechs bis zehn Prozent, mit sinkender Tendenz.
Merz unter Druck
StÀrkste Parteien in den Umfragen sind AfD und SPD. Bundeskanzler Friedrich Merz gilt als angeschlagen, in seiner Partei kursieren Medienberichten zufolge PlÀne, ihn zu ersetzen.
Ob es nach einem möglichen Wahldebakel der CDU am nÀchsten Sonntag tatsÀchlich dazu kommt, ist offen. An diesem Tag wÀhlen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.
Einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest zur WĂ€hlerwanderung bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zufolge wechselten rund 12.000 WĂ€hler von der CDU zum BSW.
Der Aufruf von Sahra Wagenknecht in Mecklenburg-Vorpommern zielt auf einen klassischen taktischen Effekt: Stimmen sollen nicht nur der eigenen Partei helfen, sondern zugleich die CDU schwÀchen und damit die bundespolitische Lage von Friedrich Merz verschÀrfen.
Politisch relevant ist daran vor allem die Doppelstrategie des BSW. Einerseits versucht die Partei, knapp unter oder an der FĂŒnf-Prozent-Grenze in den Landtag zu kommen. Andererseits bindet Wagenknecht das Landtagsvotum direkt an die Machtfrage in Berlin und an die StabilitĂ€t der CDU-FĂŒhrung.
Bedeutung fĂŒr Land und Bund
FĂŒr Mecklenburg-Vorpommern verschiebt diese Botschaft den Fokus von einer Landeswahl auf die bundespolitischen Folgen. Das kann fĂŒr WĂ€hlerinnen und WĂ€hler attraktiv sein, die mit der Bundesregierung unzufrieden sind, aber vor Ort vor allem eine VerĂ€nderung der MehrheitsverhĂ€ltnisse suchen.
Gleichzeitig zeigt die Argumentation, wie stark das BSW auf Protestpotenzial setzt. Sollte die Partei im Landtag scheitern, wĂŒrde nicht nur ihr Einfluss im Nordosten begrenzt, sondern auch die Möglichkeit schwinden, die Koalitionsbildung im Land zu beeinflussen.
Kontext der Wahl
Die Konstellation ist auch deshalb zugespitzt, weil in Umfragen mehrere Parteien dicht beieinander liegen. Das erhöht den Wert jeder strategisch motivierten Stimme und macht kleine Verschiebungen besonders folgenreich.
