Union und SPD sondieren hinter verschlossenen TĂŒren
28.02.2025 - 12:22:12Unter Ausschluss der Ăffentlichkeit haben Union und SPD in Berlin damit begonnen, die Möglichkeiten fĂŒr die Bildung einer schwarz-roten Bundesregierung auszuloten. Von beiden Seiten nahmen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen je neun Vertreter an den GesprĂ€chen teil, die ein paar Minuten spĂ€ter als geplant gegen 11.15 Uhr begonnen hatten.Â
Vor der groĂen Runde hatten sich die Spitzen von Union und SPD zunĂ€chst knapp eine Stunde lang in einer kleinen Runde ausgetauscht. Daran nahmen nach dpa-Informationen neben den Parteichefs Friedrich Merz (CDU), Markus Söder (CSU), Lars Klingbeil und Saskia Esken (beide SPD) auch CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt (CSU), Unions-FraktionsgeschĂ€ftsfĂŒhrer Thorsten Frei (CDU) und SPD-GeneralsekretĂ€r Matthias Miersch (SPD) teil. Nach der ersten Runde hatten sich zudem nochmals beide Seiten kurz intern beraten.
Erstes Ziel: GefĂŒhl entwickeln fĂŒr weitere Zusammenarbeit
FĂŒhrende Vertreter der drei Parteien waren dazu am Morgen in Berlin in einem GebĂ€ude des Bundestags, dem Jakob-Kaiser-Haus, eingetroffen. Dem Vernehmen nach sollte es bei dem ersten Treffen auch darum gehen, atmosphĂ€rische Unstimmigkeiten aus dem Wahlkampf und den Tagen nach der Wahl zu bereinigen. Die Rede war auch davon «ein GefĂŒhl fĂŒreinander zu entwickeln» sowie von groĂen Linien zu Haushalt und Finanzen. Kurz nach dem Start stieĂ dazu auch Finanzminister Jörg Kukies (SPD) dazu.Â
Merz will Regierung bis Ostern
FĂŒr die Union sitzen nach dpa-Informationen in der groĂen Runde auch die GeneralsekretĂ€re Carsten Linnemann (CDU) und Martin Huber (CSU) am Tisch. Hinzu kommen Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer, die stellvertretende CDU-Vorsitzende Karin Prien und CSU-Vize Dorothee BĂ€r.Â
FĂŒr die SPD sondieren auĂerdem Verteidigungsminister Boris Pistorius und Arbeitsminister Hubertus Heil. Ebenfalls im Verhandlungsteam: BundestagsprĂ€sidentin BĂ€rbel Bas, die beiden MinisterprĂ€sidentinnen Manuela Schwesig und Anke Rehlinger sowie der Chef der NRW-SPD, Haushaltsexperte Achim Post.
Bei dem Treffen ging es auch darum, den weiteren Zeitplan und das weitere Vorgehen abzustecken. Merz hat wiederholt deutlich gemacht, dass er angesichts der groĂen Herausforderungen keine Zeit verlieren und bis Ostern eine Regierung bilden möchte. Klingbeil betonte aber wiederholt, es gebe keinen Automatismus einer Regierungsbeteiligung der SPD.
Schwesig warnt «krassen AfD-Ergebnisse» im Westen
Offizielle Stellungnahmen aus den Verhandlungsteams gab es zunÀchst keine, einzig Mecklenburg-Vorpommerns MinisterprÀsidentin Schwesig gab am Rande ein kurzes Statement ab. Sie appellierte eindringlich an Union und SPD, aus den Fehlern der Ampel-Regierung zu lernen: «Wenn jetzt die Demokraten nicht die Probleme lösen und das besser machen als die Ampel-Regierung, dann werden die krassen AfD-Ergebnisse aus dem Osten auch im Westen ankommen.»
Bereits nach der Bundestagswahl 2021 sei der Fehler begangen worden, die Ergebnisse der AfD im Osten nicht ernst zu nehmen, sagte Schwesig. Dies dĂŒrfe sich nicht wieder wiederholen. Es sei daher gut und wichtig, dass zwei MinisterprĂ€sidenten aus Ostdeutschland bei den GesprĂ€chen dabei seien, neben ihr ist das Sachsens CDU-Regierungschef Michael Kretschmer.
Alle Seiten mĂŒssten sich bewegen und zusammenraufen
Auf die Inhalte der GesprĂ€che wollte Schwesig nicht eingehen, «vor die Klammer muss gezogen werden, Vertrauen und VerlĂ€sslichkeit». Dies sei eine Lehre aus der gescheiterten Ampel-Regierung. Dauerstreit schade nicht nur alle Akteuren, sondern auch der Demokratie. «Beide Seiten mĂŒssen aufeinander zugehen. Alle mĂŒssen sich zusammenraufen und bewegen.» Mit Blick auf die angespannte Finanzlage sagte Schwesig, es brauche solide Finanzen und SpielrĂ€ume, um die Wirtschaft zu unterstĂŒtzen, um die Energiewende «hinzubekommen» und fĂŒr die «groĂen Themen Sicherheit und Bundeswehr».







