Abgeordnetenhaus Berlin, Wahlpanne Spandau

Wahlpanne in Spandau macht Berliner Abgeordnetenhaus kleiner

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 11:53 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Ein Übermittlungsfehler bei der Auszählung in Spandau verändert die Sitzverteilung im Berliner Abgeordnetenhaus. Statt 158 sollen künftig 153 Abgeordnete dem Parlament angehören; fünf bisher eingeplante Mandate entfallen voraussichtlich.

Wahlpanne in Spandau: Berliner Abgeordnetenhaus schrumpft
Berliner Abgeordnetenhaus (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Im Berliner Abgeordnetenhaus werden voraussichtlich weniger Abgeordnete sitzen als bislang angenommen. Bei der Überprüfung des vorläufigen Wahlergebnisses in Spandau wurde ein Fehler bei der Übermittlung eines Direktmandats entdeckt.

AfD-Kandidat erhält Direktmandat

Im Spandauer Wahlkreis 1 gewann nach der Korrektur nicht die CDU-Kandidatin Bettina Meißner, sondern der AfD-Kandidat Tommy Tabor. Das Ergebnis sei am Wahlabend korrekt ausgezählt, anschließend aber telefonisch falsch übermittelt worden, teilte die Spandauer Bezirkswahlleiterin Katrin Zickert mit.

Parlament wird kleiner

Die Änderung wirkt sich auf die Ausgleichs- und Überhangmandate aus. Nach Angaben von Landeswahlleiter Stephan Bröchler soll das neue Abgeordnetenhaus deshalb nicht 158, sondern nur noch 153 Sitze haben.

Fünf Abgeordnete, die bislang davon ausgingen, dem Parlament anzugehören, werden damit voraussichtlich nicht einziehen. Welche Personen betroffen sind, wird derzeit noch berechnet.

Neuberechnung vor endgültiger Feststellung

Die Korrektur erfolgt im Rahmen der regulären Überprüfung des vorläufigen Wahlergebnisses. Mit der Neuberechnung soll feststehen, wie sich das veränderte Direktmandat auf die endgültige Sitzverteilung und die Zusammensetzung des Abgeordnetenhauses auswirkt.

Die Korrektur betrifft nicht nur die Besetzung eines einzelnen Wahlkreises. Weil das Berliner Wahlrecht Direktmandate mit der Sitzverteilung über Landes- und Bezirkslisten verbindet, kann eine Veränderung bei einem gewonnenen Wahlkreis auch die Zahl der Überhang- und Ausgleichsmandate beeinflussen. Dadurch verändert sich die gesetzliche Größe des gesamten Abgeordnetenhauses.

Folgen für die Sitzverteilung

Mit dem Wechsel des Direktmandats in Spandau von der CDU zur AfD sinkt die geplante Zahl der Sitze nach Angaben der dts-Meldung von 158 auf 153. Für fünf Personen, die bislang mit einem Mandat gerechnet hatten, entfällt damit voraussichtlich der Einzug. Welche Abgeordneten betroffen sind, soll noch berechnet werden.

Politisch erhält die AfD zugleich ein zusätzliches Direktmandat, während die CDU den Wahlkreis verliert. Das kann die Mehrheitsbildung und die Verhandlungen über eine Regierungskoalition beeinflussen, auch wenn die genaue Wirkung erst nach der vollständigen Neuberechnung feststeht.

Wahlprüfung und Vertrauen

Der Vorgang zeigt die Bedeutung der regulären Kontrolle vor der endgültigen Feststellung eines Wahlergebnisses. Nach der Darstellung der Bezirkswahlleitung wurde das Ergebnis im Wahllokal korrekt ermittelt, aber bei der telefonischen Übermittlung falsch weitergegeben. Entscheidend sind nun die formale Korrektur, die Neuberechnung der Mandate und die transparente Benennung der betroffenen Personen.

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