Feuer in Umspannwerk - Ermittler gehen von Brandstiftung aus
09.06.2026 - 17:36:14 | dpa.deNach einem Feuer in einem Umspannwerk in Reutlingen und einem daraus folgenden groĂflĂ€chigen Stromausfall hat sich der Verdacht auf Brandstiftung erhĂ€rtet. Davon gehe man inzwischen vor dem Hintergrund der bisherigen vorlĂ€ufigen Ermittlungsergebnisse aus, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-WĂŒrttemberg mit.Â
Ein oder mehrere bislang noch unbekannte TÀter seien nach derzeitigem Stand auf das GelÀnde eingedrungen, um dort an mehreren Stellen BrÀnde zu legen. Dabei soll Brandbeschleuniger verwendet worden sein, hieà es. Die Ermittler bitten alle, die in der NÀhe des Umspannwerks verdÀchtige Personen oder Fahrzeuge gesehen haben, sich bei ihnen zu melden.
Zehntausende Menschen ohne Strom
Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zum 8. Juni ausgebrochen. In der Folge war das Umspannwerk ausgefallen, auch eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. 7.600 GebĂ€ude und etwa 40.000 Menschen waren ĂŒber Stunden ohne Strom. Auch ein Krankenhaus sowie Firmen waren betroffen. Rund 50 verbliebene Stromkunden in einem Gewerbegebiet sollen am Mittwoch wieder ans Netz angeschlossen werden.
Der Netzbetreiber Netze BW geht davon aus, dass die Reparaturen der Anlage mehrere Wochen oder gar Monate dauern könnte. Der Gesamtschaden dĂŒrfte sich frĂŒheren Angaben zufolge auf mehrere Millionen Euro summieren.Â
Schnell hatten sich die Hinweise auf eine mögliche Brandstiftung verdichtet, nachdem ein mutmaĂlicher Brandbeschleuniger gesichert worden war. Drei verschiedenen Brandstellen waren nach Angaben des Netzbetreibers Netze BW gefunden und der Zaun und das GelĂ€nde vor der Anlage beschĂ€digt.Â
Aber wer steckt hinter der Attacke? Das Ermittlungsverfahren wird beim Staatsschutzzentrum der Generalstaatsanwaltschaft gefĂŒhrt. Der Grund: Der Tat liege möglicherweise eine extremistische Motivation zugrunde. Bislang haben die Ermittler aber keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund. Ein Bekennerschreiben hatte es nicht gegeben. Reutlingen hat insgesamt knapp 120.000 Einwohner und liegt am FuĂe der SchwĂ€bischen Alb.Â
Erinnerungen an Berliner BrandanschlÀge
Der Vorfall erinnert an zwei mutmaĂlich von Linksextremisten begangene BrandanschlĂ€ge auf die Stromversorgung in Berlin. Nach dem ersten Anschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe ohne Strom. Der Ausfall dauerte rund 60 Stunden, erst am Nachmittag des 11. September waren alle Haushalte wieder am Netz.Â
Beim zweiten Anschlag am 3. Januar wurden 15 Kabel auf einer KabelbrĂŒcke zerstört. Erst am 7. Januar, also nach rund 100 Stunden, war die Stromversorgung wieder flĂ€chendeckend hergestellt.
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