Anrufung der UN wegen niedriger Bafög-SÀtze
07.07.2025 - 12:10:00Die Bildungsgewerkschaft GEW und der studentische Dachverband fzs fordern vom zustĂ€ndigen UN-Ausschuss eine ĂberprĂŒfung, ob Deutschland mit seiner Ausbildungsförderung seine Verpflichtungen aus dem UN-Sozialpakt erfĂŒllt. Sie verweisen auf Artikel 13 des Vertrags, wonach jedem ein Hochschulstudium zugĂ€nglich gemacht werden muss und dafĂŒr ein "angemessenes Stipendiensystem" einzurichten ist.
Kritik: Bafög auf vielen Ebenen unzureichend
"TatsĂ€chlich erreicht das Bafög in Deutschland nur noch rund zwölf Prozent der eingeschriebenen Studierenden", bemĂ€ngelte GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller. Die BedarfssĂ€tze lĂ€gen zudem unter dem Existenzminimum. Rahel SchĂŒssler vom freien Zusammenschluss der Student*innenschaften (fzs) ergĂ€nzte, die Durchschnittsmiete eines WG-Zimmers sei in einigen StĂ€dten doppelt so hoch wie die Wohnkostenpauschale.
Im Koalitionsvertrag haben Union und SPD vereinbart, die im Bafög enthaltene Wohnkostenpauschale zum Wintersemester 2026/2027 von derzeit 380 auf 440 Euro im Monat anzuheben. Der sogenannte Bafög-Grundbedarf von monatlich 475 Euro soll ab 2027 in zwei Schritten steigen. GEW und fzs fordern die Bundesregierung jedoch auf, "einer RĂŒge der UN zuvorzukommen und das Bafög noch vor dem PrĂŒfverfahren strukturell zu erneuern".

