Weibliches Engagement braucht geschĂŒtzte RĂ€ume - gerade auf dem Land
22.01.2026 - 18:13:28Antifeministische Angriffe nehmen zu: 2024 wurden in Deutschland mehr als zehn gegen Frauen gerichtete VorfĂ€lle pro Woche dokumentiert - von Bedrohungen ĂŒber SachbeschĂ€digungen bis hin zu Gewalt. Frauen sollen durch solche Angriffe mundtot und unsichtbar gemacht werden. Vor allem durch Shitstorms und sexistische Posts und Kommentare. Diese Entwicklung setzt zivilgesellschaftliches Engagement zunehmend unter Druck, insbesondere weibliches Ehrenamt. Wie können RĂ€ume geschaffen und gesichert werden, die Frauen stĂ€rken statt abzuschrecken? Und welche Rolle spielen Kommunen, Zivilgesellschaft und Politik dabei, sichere und frei zugĂ€ngliche Ort fĂŒr Frauen zu erhalten und weiterzuentwickeln, da gerade in lĂ€ndlichen Regionen oft RĂŒckzugsrĂ€ume und UnterstĂŒtzungsstrukturen fehlen?
Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung auf dem 19. Zukunftsforum LĂ€ndliche Entwicklung des Bundesministeriums fĂŒr Landwirtschaft, ErnĂ€hrung und Heimat.
Eingeladen hatten:
Die Bundesstiftung Gleichstellung, die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler FrauenbĂŒros und Gleichstellungsstellen (BAG) sowie der Deutsche LandFrauenverband (dlv).
"Antifeminismus ist bei weitem kein Randthema, sondern wirkt mitten in die Demokratie hinein", betont Sabine Herberth, Leiterin der Fachstelle fĂŒr Gender, GMF und Rechtsextremismus der Amadeu Antonio Stiftung. Herberth macht deutlich, dass Antifeminismus keine Kritik an einzelnen feministischen Positionen sei, vielmehr handele es sich um eine politische Haltung und Mobilisierungsstrategie, die Gleichstellung, sexuelle Selbstbestimmung und Vielfalt delegitimiert und als Bedrohung inszeniert.
Einen wissenschaftlichen Blick auf geschlechtergerechte Regionalentwicklung brachte Prof. Dr. Brigitte Wotha ein: "Es gibt bereits viele sehr gute Beispiele fĂŒr MöglichkeitsrĂ€ume, die Erwerbs- und Sorgearbeit besser vereinbar machen, die multifunktional kĂŒrzere Wege schaffen und die das Netzwerken und Mitgestalten fĂŒr alle stĂ€rken". Prof. Wotha ist Mitglied der SachverstĂ€ndigenkommission fĂŒr den Vierten Gleichstellungsbericht, die von der Bundesstiftung Gleichstellung bei der Berichtserstellung unterstĂŒtzt wurde.
Auf dem Podium wurden klare Erwartungen an die Politik formuliert. Gefordert wurden eine verlĂ€ssliche und langfristige Finanzierung sowie ausreichende zeitliche Ressourcen fĂŒr Engagierte. Projekte mĂŒssten von Beginn an nachhaltig angelegt sein, damit aufgebaute Strukturen ĂŒber FörderzeitrĂ€ume hinaus Bestand haben. Gleichstellung wurde dabei ausdrĂŒcklich als Querschnittsaufgabe von Verwaltung und Regierung benannt, die verbindlich in Regeln, Verfahren und Standards verankert werden mĂŒsse.
Im GesprĂ€ch waren Petra BentkĂ€mper, PrĂ€sidentin des Deutschen LandFrauenverbandes, Anna Drosdowska, VorstĂ€ndin von Wir sind Fella e.V., Elke Quandt, kommunalpolitische Multiplikatorin des Projekts "Frauen.Vielfalt.Politik.", sowie Prof. Dr. Brigitte Wotha. Die Podiumsteilnehmerinnen betonten zugleich die gesellschaftliche Verantwortung, RĂ€ume aktiv als Willkommensorte fĂŒr Frauen zu gestalten, Vernetzung gezielt zu fördern und geschlechtersensible Bildung bereits im frĂŒhen Kindesalter zu verankern.
Moderiert wurde die Veranstaltung von Katja Henze, Bundesprecherin der BAG kommunaler FrauenbĂŒros und Gleichstellungsstellen und Sarah Koops, stellvertretende HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Deutscher LandFrauenverband. Beide unterstrichen abschlieĂend, dass Frauen verlĂ€ssliche Ermöglichungsorte brauchen, um ihr unverzichtbares gesellschaftliches Engagement auch kĂŒnftig ausĂŒben zu können.
Die Aufzeichnung des Fachforums "Zukunft braucht neue RÀume - wie Regionalplanung weibliches Engagement stÀrkt" ist demnÀchst hier abrufbar: www.zukunftsforum-laendliche-entwicklung.de
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Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler FrauenbĂŒros und Gleichstellungsstellen (BAG)
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