KommunalverbÀnde warnen: «Defizite in nie gekannter Höhe»
05.08.2025 - 11:52:41Die Haushalte der Kommunen stehen nach Aussage ihrer SpitzenverbĂ€nde vor dem Kollaps. «Defizite in nie gekannter Höhe tĂŒrmen sich auf», heiĂt es in einer gemeinsamen ErklĂ€rung des Deutschen StĂ€dtetages, des Deutschen Landkreistages und des Deutschen StĂ€dte- und Gemeindebundes. «Die föderale Finanzarchitektur ist völlig aus dem Gleichgewicht geraten, stellen die PrĂ€sidenten Burkhard Jung, Achim Brötel und Ralph Spiegler fest.Â
Vor allem rasant steigende Sozial- und Personalkosten machen den Kommunen zu schaffen. «Steigerungsraten in diesem Bereich von jĂ€hrlich 10 Prozent oder sogar darĂŒber hinaus zwingen jeden Haushalt in die Knie», heiĂt es in der ErklĂ€rung.Â
Nothaushalte und Sparrunden sind an der Tagesordnung
Die VerbĂ€nde sprechen von einer «bislang undenkbaren Verschuldungsspirale». Das Defizit werde schĂ€tzungsweise von derzeit 25 Milliarden Euro in den Kernhaushalten im Jahr 2024 in den nĂ€chsten Jahren auf 35 Milliarden Euro anwachsen. «Damit gehen massive LiquiditĂ€tsprobleme einher, die Kassenkreditverschuldung wird explodieren und Investitionen in Kommunen und in den LĂ€ndern werden abstĂŒrzen», warnen die drei VerbĂ€nde. Die kommunalen RĂŒcklagen seien vielerorts bereits vollstĂ€ndig aufgezehrt. Zur RealitĂ€t in RathĂ€usern und LandratsĂ€mtern gehörten Defizite, Nothaushalte und harte Konsolidierungsdiskussionen.Â
Forderungen an Bund und LĂ€nder
Die KommunalverbĂ€nde forderten die LĂ€nder auf, eine «aufgabengerechte Finanzausstattung» von StĂ€dten, Gemeinden und Landkreisen sicherzustellen. Auch der Bund, der als Gesetzgeber fĂŒr einen GroĂteil der Belastungen der Kommunen federfĂŒhrend verantwortlich sei, mĂŒsse seinen Beitrag leisten.Â
Konkret verlangen die Kommunen kurzfristig einen signifikant höheren Anteil an der Umsatzsteuer. Bereits jetzt leisteten die Kommunen deutlich mehr als ein Viertel der gesamtstaatlichen Ausgaben, erhielten aber nur ein Siebtel der Steuereinnahmen. Ferner mĂŒsse die Ausgabendynamik bei den Sozialausgaben durchbrochen werden. «Oftmals mĂŒssen StĂ€dte, Landkreise und Gemeinden sinnvolle freiwillige Ausgaben fĂŒr Sportvereine, den ĂPNV oder die Wirtschaftsförderung streichen, weil sie gesetzlich zu anderen Ausgaben gezwungen sind», erklĂ€rten die VerbĂ€nde.


