Hilfsorganisation, Soziales

Westjordanland: Gefährliche Schulwege, Angriffe auf Schulen / SOS-Kinderdörfer fordern sicheren und ununterbrochenen Zugang zu Bildung

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 04:30 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Bethlehem - Zunehmende Gewalt und Bewegungseinschränkungen verhindern den Zugang zu Bildung von Kindern und jungen Menschen im Westjordanland. Das geben die SOS-Kinderdörfer weltweit bekannt. Allein seit Beginn des neuen Schuljahres am 6. September 2026 kam es zu Angriffen und Blockaden an 140 Schulen - mit Auswirkungen auf etwa 24.500 Schülern und Schülerinnen. Vielerorts bedeutet schon der Schulweg ein hohes Risiko, und zahlreiche Checkpoints machen es für Schüler und Schülerinnen immer schwieriger, Bildungseinrichtungen überhaupt zu erreichen. Laut den Vereinten Nationen gab es bereits Anfang des Jahres über 900 dieser Kontrollpunkte. Im gesamten Westjordanland haben staatliche Schulen seit langer Zeit nur noch an drei Tagen pro Woche geöffnet.
Westjordanland: Gefährliche Schulwege, Angriffe auf Schulen / SOS-Kinderdörfer fordern sicheren und ununterbrochenen Zugang zu Bildung - Bild: presseportal.de

"Wenn Kinder nicht regelmäßig und sicher zur Schule gehen können, hat das massive Folgen - nicht nur für ihre akademische Entwicklung, sondern auch für ihre Psyche, ihre Persönlichkeitsentwicklung und ihr allgemeines Wohlergehen. Der regelmäßige Schulbesuch bietet ihnen Stabilität, Routine und soziale Bindungen. Sie haben ein Recht darauf", sagt Ghada Hirzallah, Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Palästina.

Straßensperrungen erschweren die Hilfe der SOS-Kinderdörfer

Die Lage im Westjordanland spitzt sich immer weiter zu. Angriffe durch israelische Siedler sowie Zwangsräumungen und gewalttätige Vertreibungen von palästinensischen Familien häufen sich. Für die betroffenen Kinder können die Gewalterfahrungen schwere psychische Folgen haben. Viele junge Menschen leiden unter Unsicherheit und Perspektivlosigkeit. Auch auf Familien und Gemeinden liege ein erheblicher Druck. "Viele der Familien, die wir unterstützen, leben in armen Verhältnissen und haben mit unserer Hilfe mühsam Stabilität für sich und ihre Kinder aufgebaut. Die zunehmende Gewalt und die ständige Gefahr könnten all dies wieder zunichte machen", sagt Ghada Hirzallah.

Auch für die SOS-Kinderdörfer sei es immer schwieriger, Hilfe für notleidende Familien zu leisten. Straßensperrungen führen dazu, dass sich Besuche bei Familien verzögern oder ganz ausfallen. Das Team versucht, über Telefonate, Text-Nachrichten und freiwillige Unterstützer in der Region den Kontakt zu halten. Und wie alle anderen Bewohner des Westjordanlandes sind auch die Mitarbeitenden der SOS-Kinderdörfer sowie ihre Familien persönlich von den aktuellen Ereignissen betroffen. "Dennoch leisten sie Tag für Tag wichtige Arbeit und setzen sich für bedürftige Kinder und Familien ein", sagt Hirzallah.

Humanitäres Völkerrecht und Kinderrechte müssen geachtet werden

Die SOS-Kinderdörfer fordern ein sofortiges Ende jeglicher Angriffe auf Kinder, Bildungseinrichtungen und Lehrkräfte im Westjordanland. Kinder und Familien müssen einen sicheren und ununterbrochenen Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Kinderschutz sowie psychosozialer Unterstützung erhalten. Das humanitäre Völkerrecht und Kinderrechte müssen zu jeder Zeit geachtet werden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Boris Breyer
Pressesprecher SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 0160 - 984 723 45
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
www.sos-kinderdoerfer.de

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