US-Institut rechnet mit Zunahme russischer Angriffe
21.04.2024 - 14:32:59Russland werde die aktuellen materiellen und personellen EinschrĂ€nkungen des ukrainischen MilitĂ€rs und den ungewöhnlich trockenen FrĂŒhling ausnutzen, bis sich das Fenster schlieĂe und die US-Hilfe tatsĂ€chlich eintreffe, hieĂ es in einer Analyse des US-Instituts fĂŒr Kriegsstudien (ISW) in Washington.
Allerdings gebe es fĂŒr die Russen bisher nur einzelne taktische Erfolge bei den Offensivoperationen und keinen Durchbruch an der Frontlinie, teilten die ISW-Experten am Samstag (Ortszeit) mit. Zu erwarten sei, dass Russland vor allem die geschwĂ€chte ukrainische Flugabwehr fĂŒr sich nutzen und etwa die Angriffe mit Gleitbomben intensivieren werde. Es bestehe weiter die Gefahr eines operativ bedeutenden russischen Vormarsches im Kriegsgebiet in den kommenden Wochen.
Nach einer Besserung der ukrainischen Luftverteidigung werde sich das Risiko fĂŒr die Russen erhöhen, hieĂ es. Die Ukraine erwartet nicht nur Flugabwehrsysteme vom Westen und die entsprechenden Raketen dazu, sondern auch Kampfjets vom US-Typ F16. Ziel der FĂŒhrung in Kiew ist es, die Hoheit ĂŒber den eigenen Luftraum wiederzuerlangen.
Die ISW-Experten verwiesen auch auf Aussagen von US-Beamten, nach denen etwa die dringend von der Ukraine benötigten Flugabwehrraketen und Artilleriegeschosse mit 155 Millimetern GröĂe aus amerikanischen Lagern in Europa ĂŒbergeben werden könnten. Trotzdem werde es Wochen dauern, bis die Hilfe tatsĂ€chlich in der Ukraine sei.
Das US-ReprĂ€sentantenhaus hatte nach monatelanger Blockade fĂŒr ein Hilfspaket von rund 61 Milliarden US-Dollar (57 Milliarden Euro) fĂŒr Kiew votiert. Die nötige Zustimmung des Senats steht noch aus, gilt aber als sicher.
Nach EinschĂ€tzung der ISW-Experten ist die US-MilitĂ€rhilfe ein Wendepunkt in dem Krieg in der Ukraine; allerdings stĂŒnden in Russland, im Westen und in der Ukraine wichtige Entscheidungen aus, die den weiteren Verlauf und das Ergebnis der KĂ€mpfe bestimmen wĂŒrden. "Der Kreml ist nach wie vor in der Lage, seine Wirtschaft und Bevölkerung weiter zu mobilisieren, um seine Kampagne zur Zerstörung der ukrainischen Staatlichkeit und IdentitĂ€t zu unterstĂŒtzen, und er kann beschlieĂen, innenpolitisch unpopulĂ€re Entscheidungen zu treffen, wenn er sie fĂŒr notwendig hĂ€lt", stellten die Experten fest.

