Umfrage, RĂŒckzug

Umfrage: Mehrheit gegen RĂŒckzug von Brosius-Gersdorf

21.07.2025 - 14:21:38

Wie kann der Konflikt um die SPD-Kandidatin fĂŒr das Verfassungsgericht gelöst werden? FĂŒhrende Unionspolitiker legen Brosius-Gersdorf den Verzicht nahe. Das stĂ¶ĂŸt nicht nur in der SPD auf Widerstand.

Eine Mehrheit der Deutschen ist laut einer Umfrage dagegen, dass die Juraprofessorin Frauke Brosius-Gersdorf wegen der Bedenken in der Unionsfraktion ihre Kandidatur fĂŒr das Bundesverfassungsgericht zurĂŒckzieht. In der Forsa-Erhebung fĂŒr den «Stern» lehnten 57 Prozent der Befragten einen solchen Schritt ab. Nur knapp jeder Vierte - 24 Prozent - vertrat die Ansicht, dass die von der SPD nominierte Kandidatin wegen des Widerstands in der Union freiwillig verzichten sollte. 19 Prozent Ă€ußerten sich nicht.

Am 11. Juli war die Wahl zweier neuer Richterinnen und eines Richters fĂŒr das Bundesverfassungsgericht kurzfristig von der Tagesordnung des Bundestags abgesetzt worden, weil in der Unionsfraktion immer lauter Bedenken gegen die SPD-Kandidatin geĂ€ußert wurden. Die FraktionsfĂŒhrung, die sich zuvor fĂŒr die Wahl der Juristin ausgesprochen hatte, konnte die mit der SPD verabredete UnterstĂŒtzung letztlich nicht mehr garantieren. Wie der Konflikt gelöst werden kann, ist offen. Die SPD hĂ€lt an ihrer Kandidatin fest. FĂŒhrende Unionspolitiker legen ihr hingegen den Verzicht auf ihre Kandidatur nahe. 

Überraschend deutlich fĂ€llt unter den 1.000 Befragten das Votum der WĂ€hler von CDU und CSU dazu aus: Auch von ihnen sind der Forsa-Umfrage zufolge nur 23 Prozent dafĂŒr, dass sich Brosius-Gersdorf wegen der WiderstĂ€nde in der Union zurĂŒckzieht. 59 Prozent lehnen das ab. 

Ein Ă€hnliches Bild zeigt sich bei den AnhĂ€ngern anderer Parteien: Auch die WĂ€hler von SPD (82 Prozent), GrĂŒnen (84 Prozent) und Linke (74 Prozent) sind mehrheitlich gegen einen RĂŒckzug von Brosius-Gersdorf. Von den AfD-AnhĂ€ngern plĂ€dieren hingegen 55 Prozent fĂŒr einen Verzicht, 28 Prozent sind dagegen.

Die Daten wurden von Forsa fĂŒr den «Stern» und RTL Deutschland am 17. und 18. Juli telefonisch erhoben.

@ dpa.de